Ausgabe 
9.10.1847
 
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Nach einer kleinen Pause sagte er:

Philippine, Du bist meine Welt, mein Alles. Hier schwöre ich feierlichst, Du oder Keine. Trenne Dich nicht von mir, vertraue auf mich, denn ich wäre sonst unaussprechlich unglücklich."

Bei diesen Worten hatte er sich ans ein Knie nie­dergelassen, die Hand der Geliebten ergriffen und

selbst, folgte er ganz seinem Ehrgeize und siegte leicht über Hindernisse. Trotz seines scheinbar offenen Wesens war er doch falsch und hinterging unter dem Scheine von Großmuth und Aufrichtigkeit selbst diejenigen, die seine Ränke schon erfahren hatten. Er kannte die Menschen und ihre Leidenschaften genau, und wußte sie für seine Zwecke zu gebrauchen.

schaute ihr mit treuen Blicken in6 Auge. Lange sah ihn das Mädchen an. Da mochte sie eine eigene Rührung beschleichen, denn plötzlich zog sie ihn an sich und rief:

Ich bin Dein, möge Gott Alles zum Guten lenken.

Prinz Ferdinand drückte das herrliche Mädchen fest an sich, ein inniger Kuß, mit Feuer gegeben, besiegelte den festgeschlossenen Bund und beim Aufleuchten der Blitze eilte er über die Mauer zurück.

Dem Kaiser zur Seite, welcher ein Schreiben durch­las, standen zwei Männer. Der Eine war ein großer, hagerer Greis mit silberweißen Haaren. Er trug einen eng anliegenden schwarzen Rock mit einer Reihe Knöpfen, der gerade so lang war, um den Leib be­decken zu können.

Die Beinkleider waren eng und anliegend und es gingen die kleinen Stiefel, welche nicht ganz bis zur Hälfte der Waden reichten, über dieselben. Der kurze, weiße Hemdkragen war über den kleinen Rockkragen

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Auf ähnliche Art sahen sich die Liebenden öfter, und bereits war in kurzer Zeit ihr Lebensplan zur Reife gebracht. Eines Nachts aber, als er seine Ge­liebte verließ, stand noch der Mond am Himmel. Der alte Welser, Philippinens Vater, belästigt durch die Hitze, hatte das Fenster seines Schlafkabinets, welches auf den Garten ging, geöffnet und schöpfte frische Luft. Da sah er einen Mann durch den Gar­ten über die Mauer eilen, welcher aus der Thüre gekommen war, die zu Philippinens Zimmer führte. Einen Augenblick gab er dem Gedanken Raum, der Flüchtige sey ein Dieb, bald aber muthmaßte er etwas Anderes unv zwar das Richtige.

Der alte Franz Welser war nicht der Mann, um polternd mit der Thüre in das Haus zu fallen, wie man im gewöhnlichen Leben sagt. Er legte sich viel­mehr am andern Abend auf die Lauer, und beabsich­tigte, den ungebetenen Gast festzunehmen, wenn er den Garten betreten haben würde. Aber der Mond, welcher ihm behülflich gewesen war, den Prinzen in der vori­gen Nacht zu sehen, half diesem, mit scharfen Augen spähenden, den Aufpasser int Gebüsch zu entdecken. Rasch schwang sich Prinz Ferdinand über die Mauer zurück und eilte nack Hause. Der alte Welser aber schlüpfte durch ein Seitenpförtchen auf die Straße, verfolgte jenen und sah ihn seine Wohnung er­reichen.

V.

Hinter einem großen Arbeitstische, bedeckt mit Pa­pieren , saß Kaiser Karl V. Er war ein Mann von majestätischem Ansehen. Der Ausdruck seines Gesichts zeugte von tiefem Ernste und man behauptete, er habe nur einmal gelacht. Er war von edlem Betragen und feinen Sitten, sprach wenig und wenn cs ge­schah, kurz und bündig/ Von ausdauernder Heftigkeit, langsam im Beschließen, schnell im Ausführen, ebenso * reich an Hülfsmitteln, als scharfsinnig in ihrer Wahl, begabt mit einem kalten Urtheile, stets Herr seiger

ausgeschlagen und eine schwere goldene Kette, an wel­cher des Kaisers Bildniß, hing um den Hals. Es war dieses der Patrizier Bartholomäus Welser, der Geheiinerath Karls V. (Forts, folgt.)

Letzte Gedanken eines Gefangenen an seine Heimath.

Zm Heimathland!

Wo einst als Kind ich spielte,

llnd noch den Schmerz nicht dieses Lebens fühlte. Wohnt nur mein Glück! Wo an des Baches Rand Zum Kranze ich einst Blümchen wand.

O führ' mich, Gott! voll Milde, Zn's Heimathland!

O Heimathland!

Die Hoffnungs-Sterne bleichen,

Nur Nebelbilder, düst're Schatten schleichen Gespenstisch an des Kerkers feuchter Wandl Achl nie kann ich, in Nacht verbannt, Den ros'gen Pfad erreichen, Zn's Heimathland l

O Heimathland I

Mir unerreichbar, ferne,

Zn deinen Thälcrn, achl weilt' ich so gerne, llmgürtct von der Freiheit Rosenband!

Doch weh'! mir liegt dein theu'rer Strand Weit, wie des Himmels Sterne, Mein Heimathland I

O Heimathland!

Kein Freund naht, mich zu retten!

Die Thräne rinnt herab auf meine Ketten, Und nur der Tod reicht mir die kalte Hand. O möchte er, von Gott gesandt. Doch meine Reste betten

Jn'ö Heimathland!

O Heimathland!

Die letzten Seufzer schicke

Ich dir noch nach! - Schon irren meine Blicke! Vom kalten Todtenschauer übermannt!

Leb' wohl! Mich führt des Engels Hand Empor zum Himmelsglücke, Zn's Seelenland!

Theo dar Loo».

Druck und Verlag der G. D. Brühl'schen Buch- und Steindruck««.