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er sich nicht enthalten, ihr leise inS Ohr zu lispeln: Ja, Du bist mein, und ich bin Dein! lins soll kein Schicksal scheiden!"

Aber lügstDu auch nicht?" fuhr sie im Traume fort.

Nein, ich lüge nicht!" erwiederte Werner.Soll ich vor Dir auf die Kuiee sinken? Soll ich Dich küssen?"

Nicht auf die Kuiee sinken," sagte sie,aber" vKüssen soll ich Dich? Gibst Du mir denn auch gern einen Kuß?"

Ja!" hauchte sie leise.

In diesem Moment riß die uralte ewige Gewalt der Liebe Werner's Mund an Rosaliens Purpurlip­pen cs war der geeignetste Augenblick, sie zu wecken.

O Werner!" rief sie erwachend aus;was thun Sie? O Gott, wache ich denn, oder träume ich noch? Was wollen Sie hier?"

Ich will ewig bei Dir bleiben!" versetzte Werner, sie erst sanft und dann fester umschlingend, und darauf wie mit ehernen Armen an sich pressend.Jetzt weiß ich, Du liebst mich," Mädchen, und ich liebte Dich auch schon längst, ganz anders, als Dein leichtsinniger, ungetreuer Bräutigam. Jetzt sage mir nur kurz heraus, ob Du mich haben willst, oder nicht. Also sa oder nein! Aber wenn Du nein sagst, so hat mein Leben sogleich eilt Ende!"'

O Werner, Du bist fürchterlich!" sagte ste.Da müßte ich wohl am Ende Ja sagen, nur, damit Du Dir kein Leid anthust!"

Also willst Du mein seyn für Zeit und Ewigkeit, Mädchen?"

Ja," erwiederte sie, die Augen niederschlagend.

Und Du liebst mich? fragte er, zog sie näher an sich und bog ihr au seine Brust gesunkenes Lockenhaupt zurück;und Du liebst mich?" wiederholte er, sah ihr tief iu's Auge, und preßte auf dieses Auge seine heißen Lippen.

Du weißt es ja, daß ich Dich liebe," hauchte sie leise, und umschlang den Glücklichen.Meine Rosalie!" Mein Werner!" stammelten ihre glühenden Lippen, die sich suchten und sich trennten, um sich wieder zu finden.

-Mit fieberischer Gluth preßte er das bebende Mäd­chen an sich seine Lippen wanderten von dem Munde zu den Augen, drückten sich an die Stirn, auf das weiche Haar, auf den schwanenweißen Hals der Geliebten.

Bist Du mein?" flüsterte er.

Auf ewig!" erwiederte ste, und in leisem Liebes­geflüster hielten sie sich innig umfaßt.

Nun, seyd ihr Beide denn toll?" rief auf einmal eine Stimme. Es war der Commerzienrath, der sich ebenfalls, von unruhigen Gedanken aus der Gesellschaft fortgetrieben, an die verhängnißvolle Stelle verirrt hatten.

Die beiden Liebenden fielen ihm zu Füßen, und sprachen ihm offen aus , was sie auf dem Herzen hatten.

Der Commerzienrath drückte sein höchstes Staunen über ein Berhältniß aus, von dem er bisher noch -keine Spur bemerkt hatte. Rosalie entgegnete, ihr selbst fei.) es heute erst klar geworden, daß sie eigentlich Werner liebe, und daß sie nie einem Andern ange­hören könne.

Saubere Geschichten!" murmelte der Commerzien- rath vor sich hin.Daraus kann nimmermehr etwas werden! Du folgst mir augenblicklich, Rosalie, und Sie, Herr Werner, verlassen morgen mein Haus!"

(Fortsetzung folgt.)

An die Handwerker.

Man rief Euch jüngsthin Worte zu, Die zu beachten stch'n;

Doch schlaft Ihr fort in guter Ruh', Und laßt'ö den Schlender geh'n.

Ihr denkt gewiß in En'rem Sinn: Was E uns sagt, was steckt darin? Er könnte sich die Müh' ersparen, Für And're seine Red' verwahren.

Was geh'n uns and're Städte an, Die er als Muster nennt?

Hier hilft sich Jeder, wie er kann, Und er die Sache kennt.

Und ist's auch wichtig, was er sagt, So ist's umsonst, Gott sep's geklagt; Von uns ist Keiner, der sich rühret, Und Leben schafft-, wie sich's gebühret."

Doch ist es schlimm, wenn Ihr so denkt, Wie soll's da besser geh'n?

Zum Fortschritt Eu're Sinne lenkt, Und nicht zum Stillesteh'nl Es ist nicht Zeit zu träger Ruh';

Man ruf' Euch nicht vergebens zu!

Im Schlummer dürft Ihr nicht verbleiben, Ein Vorthell muß zum andern treiben.

Drum frisch an's Werk, und zaudert nicht, Und schafft ein neues Leb'n;

Damit das alte Phlegma bricht. Nichts hemme mehr das Strcb'n!

Was ich Euch sag', ist gut gemeint, Und wenn's vielleicht auch böse scheint, So will ich nur Eu'r Wohl bezwecken. Von trägem Schlummer Euch erwecken.

Dreisilbige Charade.

Wer hat, was erste Silbe saget, Der fürchtet nicht des Feindes Macht. ' Er setzt es durch was er nur waget, Den Sieg er sich dadurch verschafft.

Mein letztes Paar

Hilft der ersten Silbe gar;

Denn wo Jugendkraft die Brust erhebt, Mein letztes Pärchen sticht widersteht.

Es ist mein Ganzes der Jugend eigen Doch Verständige nie dazu sich neigen.

Druck und Verlag der G. D. Brühl'scheu Buch- und Steindruckerei.