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Dreisilbige Charade.
Drei Silben, liebe Mädchen sind.
Zwar ungleich sich am Werthe;
Die erste macht die Menschen blind, Die andern zwei die Pferde.
Auflösung des Anagramms in 69.: Lotto — L o t t e.
Sträußchen für Damen.
(Fortsetzung.)
N a r z y s s e.
Glücklich im Wahne zu schau'n die Geliebte im Spiegel der Quelle,
Breitete bittend aus liebende Arme Narzyß;
Wollte das theuere Bild umtaffen mit glühender Sehnsucht, Das sich so zärtlich zu ihm neigte in liebender Glnth Doch statt den bebenden Kuß er drückt auf schwellende Uppen, Küßte er stets nur getäuscht, feurig den Spiegel des Quells. „Holde Gestalt! So nimm mich dahin in die kühlenden Fluchen, Ohne Dich kann ich nicht sepn, nimm mich, den Freudlosen auf!
Sa! Auch Du beklagst, daß die Quelle, so klein, mich nicht aufnimmt
Liebend in kühlenden Schooß! Komm', o komme zu Mir! Ja, Du trauerst, Du weinst mit mir ob der grausamen Trennung,
Ach! daß die Quelle kein Meer! Mir zum willrommencn Grab!"
Und so schaut er sein Bild und liebt und erreicht es doch nimmer,
Ewig ist es ihm nah, ewig ach! ist es ihm fern!
Und so kuieet der Jüngling am Quell vor dem theucren Bilde, Sieht seinen eigenen Schmerz stets in krpstallener Flush Und so knieet er und schaut nach dem Bilde m liebender Sehnsucht, Trauernd, doch hoffend zugleich, noch seini eigen er's nennt. Flora erschaut ihn vol( Mitleid - und steh'! Eine duftenie Blume
Blüht letzt am täuschenden Quell, neigt zu den Fluthen bad Haupt.
Schöne! Bedenke, so oft Du nun pflückest die dufllge . ' Narzpffc,
Daß sich cm Jüngling erfreut lange voll Sehnsucht und Schmerz!!
streift u. s. s."__° „ ---------———-
------------Druck und Verlag der G. D. Brühl'schm Buch- und Steindruckerer m G,eßen.
F e n i l t. e t ö n.
(Der Erfindungsgeist nutzt nicht immer)
Ein Bäcker in Br. suchte dadurch Käufer anzulocken, daß er an den unteren Fenstern seines Ladens Vergrößerungs-Gläser anbrachte, wodurch das Brod weit größer schien, als cs wirklich war. Da das Brod jedoch, sobald es die Käufer in den Händen hatten, zusammenschrumpfte und merkwürdig klein wurde, entdeckte man endlich die optische Täuschung , und dem erfindungsreichen Bäcker wird >etzt im Gefängniß sein Brod gebacken. S........8-
Der verstand zu lügen. Eiw Missionar erzählte einmal, er habe auf einer wüsten Insel 10,000 Heiden bekehrt.
Aufschluß, und wir müssen ihm mit vollem Herzen beistimmen und die Wahrheit seiner Worte anerkennen, wenn er sagt: „In Frankfurt muß man Millionär fttyn, und für eine Million Krämergeist haben, will man glücklich sehn und was gelten. Darmstadt? Ein schöner Aufenthalt, aber nur für Träumer; die schönen Straßen gähnen Dich an, der kalte und stolze Beam- ten-Mechanismus ermüdet Dich: Du fuchst vergebens, wenn Du öffentliches Leben suchst. Mannheim * Diese junge Stadt mit ihrer aus allen Winden zusaiuineu- gerafften Bevölkerung, mit der Oede auf den monotonen Straßen; Mannheim, wo zwar ein reger und lebendiger Geist herrscht, der aber nur zu fehr zwischen vier Wänden eiugeschlossen ist, Mannheim kann höchstens für einen Engländer, den die Heimath übersättigt oder herunter gebracht hat, ein erstrebenswerlher Aust enthalt sey.n. Wiesbaden müßte im Sommer weniger geräuschvoll und im Winter weniger todt seyn, man müßte da nicht so sehr die Mischung von Kleinstädterei und residenzlichem Prunk empfinden, sollte ich diese Cnrstadt. zu meinem beständigen Aufenthalt wählen. Aber Mainz — ja das ist was anders! Die Bewohner ergrei en da das Leben nach dem heitern Sinn der sic umgebenden großartigen und herrlichen Natur, sie haben zu viel Großes erlebt und erfahren, als daß je die deutsche Kleinstädterei hatte Wurzel fassen können. Klima, Lage, Natur und Geschickte, sie haben zusammen eine Mischung im Gepräge der Mainzer Bewohner erzeugt, desszn Wohlthueudcs man weniger schildern als empfinden kann. Lebt man ein Jahr in dieser Stadt, so ist man eingebürgert, als fev man da geboren. Man kommt dem Fuemden zuvorkommend, gefällig und mit Urbanität entgegen; hat er Sinn für sociales Leben, so sieht er sich bald in den Kreis des heitern Strudels hineingezogen, und einmal hier angelangt, vermag nur die Lcbens-Ueber- sättiguug den hier sich bietenden Annehmlichkeiten eine kalte Brust entgegeuzuhalteu. Vor allen Dingen ist es aber ein Vorzug des Mainzer Lebens, daß man es versteht, den Menschen mehr nach seinem, wirklichen Werth, als nach seiner zufälligen Stellung abzuwägen. Man betrachte nur den Mainzer Eirkel. Da sitzen ein Kaufmann, ein Eoinmis, ein Künstler, ein Beamter, ein Osfizier, ein Gewerbsmann, sogar ein ganz schlichter, einfacher Bürger, ruhig und friedlich neben einander; man schwatzt , man neckt, man lacht, man kannegießert, man raisonnirt und schwadronirt. Allein es ist Leben und Rührigkeit in der Unterhaltung, der Philister kann da aufthauen, denn alles um ihn her ist frisch, munter, harmlos, frei, ungezwungen, launig und unter dem Einfluß des Rheinweins und des angeborenen Mutterwitzes steigert sich die unbedeutendste Discussion zur intecessanten Verhandlung. Die Stände, Beschäftigungen, die Glaubens - Nuancen sind abge- (Fortsetzung folgt.)


