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gesprochen, ließ ihn ein Geheimniß ahnen. Ein Wink entfernte den Begleiter, und beinahe demüthig fragte er, ob Pascal noch etwas zu sprechen hätte.

Ob ich es?" rief heftig der junge Mann;höret und staunet. Wäret Ihr jemals zu Gemappe mit dem König, als er noch Dauphin war?"

Tristan schrack auf Vas furchtbarste zusammen, er begann den Zusammenhang des Geheimnisses bereits zu ahnen. (Schluß folgt.)

Reisebilder vom Rheine.

(Fortsetzung.)

Nach diesem gewiß belohnenden Ausstuge in das Taunusgebirge wenden wir unS nun wieder zu unse­rem Rheinlande, dessen Eigenthümlichkeiten vollständig repräsentirt stnd auf der Strecke von Mainz bis Düs­seldorf, auf welcher man füglich vier Stadien unter­scheiden kann , die Waldek also charaeteristrt: Bon Mainz bis Bingen ist eine wahrhaft idyllische Partie, diese Strecke breitet sich mit dem Gepräge der lieblichsten Heiterkeit, von der Natur mit ihren schönsten Gaben geschmückt und gesegnet, wie ein Eden schimmernd vor dem Blicke aus. Die zweite Partie von Bingen bis Coblenz, wildromantisch, erfüllt mit ihren schroffen Höhen und drohenden Zinnen verfal­lener Rittersitze die Seele mit Bewunderung und Scheu, ist der Sagen Heimath, und heißt mit Recht der epische Theil der Rheinufer. , Die dritte, von Coblenz bis Bonn bringt eine Mischung von beiden zur Anschauung; die Berge wechseln mit Ebenen, die freundliche Natur lächelt aus üppigen Thälern und die Vorzeit blickt ernst von den Höhen burggekrönter Felsen. Die vierte, von Bonn bis Düsseldorf, flach, den Uebergang bildend zum Niederländischen, nimmt als eigentlicher Schauplatz gedrängter menschlicher Thätigkeit, wo das bewegteste Leben der Gegenwart sich kund gibt in Handel, Industrie und Kunst, das Jn- tereffe des Beschauers auf eine neue, von jenen sehr ver­schiedene aber nicht minder anziehende Weise in Anspruch.

Die Reisebilder, welche wir hier zur Ausstellung bringen, sind vorerst nur aus dem ersten Stadium der so eben characterisirten Strecken genommen, und wir beginnen nun mit der von Dichtern besungenen und von allen Reisenden vielgepriesenen Stadt Main z. Doch erwarte man keineswegs eine specielle Beschreibung der Stadt, sondern nur im Allgemeinen eine Charac- terisirung derselben.

Von dem am rechten Ufer gelegenen Städtchen Kastel gelangt man über eine 1666 rheinl. Fuß lange, auf 46 Pontons ruhende Schiffbrücke, (welche die Mainzer an schönen Sommerabenden zum Spaziergang benutzen) in dasgoldene Mainz," das trotz seiner mächtigen Festungswerke sein heiteres Ansehen nicht verliert, sondern einen überraschenden, ja bezaubernden Anblick gewährt und dessen Lage schon oft mit der

von Constantinopel und Neapel verglichen wurde. Der Ursprung der Stadt, so wie ihre jetzige wichtige Bestimmung ist kurz und schön ausgedrückt in folgen­den zwei Versen:

Einst wardst von Römern gegen Deutsche Du gebaut; Nun ward zu deutschen Landen der Schlüssel Dir vertraut.

Die Stadt mit ihrem classischen Boden bietet sowohl dem Alterthun,Sforsckcr, wie dem Kunstfreunde viel Interessantes, denn vor allen andern Orten auf der ganzen Rheinreise von Balel an ist Mainz reich an Sehenswerthem. In erster Hinsicht sind zu nennen, die römische Ringmauer, der Eichelstein und die römische Wasserleitung bei Zahlbach, in deren Nähe sich der nut' vielen prächtigen Denkmälern geschnrückte Fried­hof befindet, auf welchem auch das schöne Monument des napoleonischen Veteranen-Vereins steht. In der Stadt selbst verdienen unsere Aufmerksamkeit die herr­liche Cathedrale, an welche sich so viele große Erin­nerungen knüpfen, und noch neun andere mitunter höchst' sehenswerthe Kirchen; sodann die vielen impo­santen Militär- und Civilgebäude*), herrliche öffentliche Plätze, schöne, auch historisch merkwürdige Brunnen u. s. w. u. s. w. Außerdem verdienen noch einer besonderen Erwähnung die Sehenswürdigkeiten in dem ehemaligen kurfürstlichen Rcstdenzschiosse, bestehend in einer Sammlung römischer, mittelalterlicher und neuerer Denkmäler, der Stadtbibliothek, einer der bedeutendsten Süddeutschlands, dem Münzkabinette, der Naiuralien- sammlung, der Sammlung physicalischer und mechanischer Instrumente, dem Holzmodell zur steinernen Brücke, welche Napoleon zu Gunsten seines vielgeliebten Mainz über den Rhein bauen lassen wollte und durch den unglücklichen Feldzug nach Rußland an der Ausfüh­rung dieses großartigen Planes gehindert wurde; ferner der berühmten astronomischen Uhr und der beträchtlichen in zehn Sälen aufgestellten Gemälde Sammlung, deren beßter Dheil von Kaiser Napoleon der Stadt als einer des 37 dünnes villes de la France geschenkt wurde.

Was von dem Leben und dem Character der Rhein­länder in der Einleitung überhaupt gesagt wurde, das gilt von dem der Mainzer im Besonderen; denn Mainz ist der Mittelpunkt des rheinischen Lebens , wo alle Stadien von nördlichen und südlichen Zuständen zu- sammenlaufeN; in dem Mainzer vereinigt sich die leichte Heiterkeit des Südländers und die Gedankentiefe des Nordländers. Worin liegt aber noch ganz be­sonders der Grund, daß jeder Fremde, hat er nur einige Zeil in dieser Stadt verlebt, sich mit so magischen Banden an dieselbe gefesselt fühlt und sie nur ungern verläßt?Ein Mainzer Topograph gibt uns darüber

*) Darunter der Iussizpallast, palais de juslice, wo die Sitzungen gehalten werden, denen Jever einmal bei« wohnen sollte, um dieses, am ganzen Rheine übliche, öffentliche Gerichtsverfahren kennen und schätzen zu lernen.