Ausgabe 
9.3.1799
 
Einzelbild herunterladen

) 38 (

MM

(a machen; so haut er einen Baum ab/ den er in seiner Wirthschaft zu nützen glaubt; so rächt er sich gern an seiner Herrschaft/ oder an dem Mann , der die Aufsicht über die Bäume hat. Aber, wie gesagt, die Fälle sind bei dem eigentlichen Wirthe sel­ten. Die Hauptfeinde der öffentlichen Al- leen sind:

i) die Hirten,

«) die Schäfer,

3) die Büttner,

4) die Knechte auf dem Lande,

5) die Hütekinder,

6) die Fuhrleute, in der autfgcbreitet» sten Bedeutung des Worts,

7) die wandernden Handwerköpursche, 8) der angehende Soldat.

Man will damit nicht sagen, daß je­des Mitglied dieser Klaffen ausdrücklich dar­unter gehöre; allein es ist gewiß, daß, im Ganzen genommen, nur diese, theils auS Vorsatz, theils aus Unvorsichtigkeit, den öffentlichen Baumpsianzungen den meisten Schaden zufügen. Wenn man daraufAcht gegeben hat, wodurch hie und da ein Baum beschädiget worden, so wird man gewiß immer finden, daß solche, wosieamWege stehen, entweder das Merkmal der Verle­tzung vom Vieh, das sich daran gerieben hat, von Rädern und Wagenachsen, die mit Gewalt daran angefahren sind, oder von irgend einem Ackerinstrument tragen, was bei Bestellung des Feldes gebraucht worden, oder man wird die Hand des MuthwillenS und der Bosheit gewahr.

Nur selten wird der Hirte der Mühe werth halten, seinen Hund nach einem Stück Vieh zu hetzen, das sich an einem Baum reibt, und vielleicht in diesem Augenblick denselben abbricht. Ist der Baum einmal vertrocknet, oder wurzellos, daß er mit leichter Mühe herausgezogen werden kann, so ist er da , wo Holzmangel ist, gewiß bei erster Gelegenheit, sein Eigenthum, denn,

wie schon erinnert, der Hirte wird es sel­ten zu verhindern suchen; es wäre denn dieser ein sehr gutmüthiger und aufmerksa­mer Mann.

So auch der Schäfer, derganz gleich­gültig zusehen kann, wenn ein andrer die nicht weit von ihm entfernte Allee beschä» digt, öderer selbst, wenn es seine Jahre noch erlauben, zum Zeitvertreib Figuren in die Rinde schneidet, oder sich gar den jun­gen Baum zum Treibeknüppel nimmt, viel­leicht gerade nur darum, weit er nichts Bcfferes thun will.

Der Verfolg künftig.

Nachricht

von einigen Ueberscbmemnmnge» der Stadt Giessen auu den alteren Seiten»

,, 1643. den 5. 6. und 7ten Januar ist ein überaus groß Wasser gewesen, fo daß die jungen Fürsten von'Darmstadt, als sie nach Giessen gezogen, nicht in die Statt wegen des großen Gewässers haben kommen können. Tas Wasser ist so groß gewesen, daß e« über die Wallgraben-Brü­cken an allen Pforten ist gegangen, und man bey und von dem Si-chhaus auf Na­chen über die Schoor bis an den Wallberg fahren können. Damals haben die jun» gen Fürsten 2 Nacht auf dem Schiffenberg gelt. en. In Giessen haben die Leute allent­halben über die Strossen mit Nachen und Bacltrögen gefahren. Auf dem Markt ist nur allein trocken gewesen.^

Steinberger Haußbuch, im Giesser Intell. Blatt 1795. Nro. 32.

A. 1682. den 29Ianuarii da war ein so groß Wasser allhier, von wegen deö Re- genwellers, daß es gar gefehrlich war, daß man zu wehren hatte, daß nichts in die Stadt kam. Da mußten die Fuhrleute Bauhölzer hinausfahren und Mist, daß nichts herein kam.

Alte geschriebene Nachricht-

Ke-