Nn XXII, I. Juni. 1.799,

Giesser Jnkelligcnrklatk.

Fortsetzung von Syrien.

Syrien wird in -Gouvernements (Pa- fchaliks) eingetheilt:

I. ^aleb.

Die vornehmsten Orte sind:

'däkb ( Aleppo ) an einem kleinen Fluß, mit vielen Gärten umgeben, eine gross und reiche Handelsstadt. Der Chri­sten sind etwa 35000. Die Karawanen aus Persien bringen persische Waaren und vorzüglich Seide hieher, von Basora fern- men die indischen Waaren. Endlich geht die Menra-Karawane hier durch, und über Damaschk. Die Exporte sind: Baum­wolle , Seidenzeuge, die besten Zelten, vortrefliche Pistacien aus ihren Garten. Importe: französische und englische Tü­cher. Man spricht arabisch, und nirgends ist das Betragen der Oschmanen feiner als hier.

Alexandrerre, 15 Meilen von Haleb, in einer ungesunden morastigen Gegend, aber der Hafen ist gut, und daher woh­nen hier die Factore der nach Haleb han­delnden europäischen Nationen.

Antakia, das Antiochia der Apostel­geschichte, wo die Christen zuerst diesen Namen erhielten. Aber es hat nichts mehr von seinem ehemaligen Glanze. Erdbe­ben, Belagerungen, Eroberungen, De­spotismus ^haben diese einst so glänzende Stadt verödet. Nicht weit davon ist der weise See, mit dessen eingrsalzenen Aalen ein beträchtlicher Handel getrieben wird, und dieser See könnte für den innern Han­del dieses Gouvernements sehrvorlheilhaft benuzt werden, da die grvse Handelsstrasse von Ale^randrette durch Haleb hier durch­

geht. Vielleicht führt bald eine andere Nation diese Idee aus.

Aintab in einem fruchtbaren Thal, daS vielen Wein, Honig, Apprieoftn und Aepfel zieht, von denen die leztern oft dritthalb Pfunde wiegen.

Äusser diesen merkwürdigsten Oertern findet man noch eine Menge ehemals be­rühmter Städte, die izt zu unbedeutenden Dörfern herabgesunken sind, Tempel, Ka­stelle und Ruinen, auch Klöster, unter denen ich blos das Kloster des heiligen (närrischen) Simeons Stylites nenne.

H. Gouvernement Tarablüs.

In diesem liegt das ehemalige Phöni- cten. Der Libanon und Antikibanon bil­den viele enge und tiefe Thäler, die die­ses Gouvernement durchkreuzen, welches von dem Fluß Orond bewässert wird.

Tarablüs ( Athrabolos, Tripoli in Syrien). Im Alterthum war diese Stadt die Hauptniedeklage der phönicischen Waa­ren, der Versammlungsort der Nation bei gemeinschaftlichen Berathschlagungen. Un­ter den Arabern war sie wieder eine fcer rühmte Handelsstadt, und der Sitz der muhametanischen Gelehrsamkeit. Unter den Kreuzbrüdern wurde sie die Hauptstadt einer vom serusakemischen Reich unabhän­gigen Grafschaft, und ein groser Fabrik­ort. In der. Folge eroberten sie die Ma­meluken, plünderten und verbrannten die Stadt, und erbauten in ihrer Nähe das heutige Tarablüs. Sie liegt nur eine halbe Stunde vom mittelländischen Meere, in emer sehr fruchtbaren Gegend und ist der Sij des Paschas von Tarablüs.

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