Ausgabe 
9.2.1799
 
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ttnb ES hkngegen zwingen will, fremde Rechte und Gesetze anzunehrnen. Ganz anders machten es die Longobarden mit den Römern , die es diesen freistellten, ob- sie nach den römischen oder andern Rech- ten ihre Händel entscheiden lassen wollten. Darus hingegen hielt die Deutschen für eine Null, und glaubte, da sie weiter nichts- menschliche-,, als eine Stimme und mensch­lich« Glieder hatten , und durch Waffen nicht gebändigt werden könnten v so wollte er sie mit seinem lateinischen Rechte zäh­men. Daher verschworen ste sich heimlich gegen ihn, überfielen feine Legionen, rich­teten eine gänzliche Niederlage unter ihnen an, und behandelten besonders seine Rechts­gelehrten und Advokaten mit barbarischer Grausamkeit. So sehr nun diese Ge­schichte die Deutschen in einen schlechten Credit wegen ihrer Treue gebracht hatte \ so wenig verkannten die Römer ausserdem derselben bekannte Redlichkeit und Treue. Augustus hatte selbst Deutsche unter seiner Armee, und sogar zu seiner Leibgarde, und diese Gewohnheiten behielten auch die fol­genden Kaiser bei. Ja unter dem Nero riefen einsmals deutsche Gesandten, bei einem Schauspiele, im Angesichte des rö­mischen Volkes,. welches ihre Tapferkeit und Freundschaft rühmte, ohne Wider­spruch aus : Keine Nation thäte es den Deutschen an Tapferkeit und Treue zuvor. Tacitus selbst braucht in unsrer Stelle ein Wort, welches den festen Charakter der alten Deutschen ausdrückt, vermöge wel. them sie eher ihr Liebstes hingäben, eheste ihr gegebenes Wort zurücknehmen und bre­chen wollten.

Daher ist auch in den folgenden Zei­ten ihr bekannte« Sprüchwort: Ein Wort ein Wort, ein Mann ein Mann, jederzeit als ein charakteristisches und National- fpruchwort, das nicht dlos das Ansehen ei­ne- Gesetzes hatte, sondern Gewohnheit

war, angesehen worden. Auch haben an. dre Nationen in den neuern Zeiten unsernr deutschen Volke den Charakter der Red­lichkeit beigelegt. Barklajus, ein Schott­länder, der zu Ende des löten und zu An­fänge des l^ten Jahrhunderts gelebt, und uns- so richtig gezeichnete Sittengemälde aller europäischen Nationen hinterlassen hat, rühmet die deutsche Redlichkeit an berschredenen Stellen;, er sagt an einem Orte: Was bei dieser deutschen Nation vor­züglich gefällt, ist ihr offenes Betragen» und an einem andern Orte: Ihre Werke haben alle den Stempel alter Redlichkeit; ferner : Treulosigkeit ist bei ihnen nicht zu Hause, auch bei denen nicht, die ihrs Tapferkeit um Sold hingeben.

Unterdessen da Feine Regel ohne Aus­nahme ist, so kann nicht allein der Fast eintreten, daß der rechtschaffene Mann manchmal eine Tugend der andern auf­opfern muß; sondern es wird, wie noch heut zu Tage, auch ehemals, nicht an Beispielen gefehlt haben , baß der Deutsche ftmem biedern Charakter nicht getreu at# bueben ist. °

Die ditronen eint geraume Feit frisch und saftig zu erhalten.

Die Cstrone ist eine zu wohlthatige Frucht, als baß man nicht Aufmerksam. ke,t darauf richten sollte, sie frisch iu er. halten. E-zeigen sich Gelegenheiten, wo man beim Einkauf beinahe die Hälfte des Werthes gewinnen könnte, weil man sich aber furchtet, daß sie nicht bauern mö­gen, so flieht man ten Handel auf. Die Wohlfeilheit dieser Früchte herrscht nur i oder 2Monate, dann steigen sie immer und immer in der Höhe dev'Preises Der. suche geben Erfahrungen. Vielleicht alü. cken folgende Methoden; v 9

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