Ausgabe 
6.4.1799
 
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so sind diese Baume doch größtentheils schwach, schlecht und ungesund, und sie zie^ hen au- der Erde nicht die größte Menge de- Guten, das Gott in die Erde legte. Es sey erlaubt, das-, was die Menschen Ihun, und das, was sie an der Hand der Natur vielleicht thun sollten, der Verglei­chung wegen unter einander zu stellen.

l) Sie wählen SprößiiNge, die sehr oft von schwachen, schlechten, kranken und unfruchtbaren Baumen abstawmen; und die Baume, die aus ihnen erwachsen, wer­den , wie ihr Stammbaum, schwach, schlecht, krank und unfruchtbar. Daß der Apfel, wie das Sprichwort sagt, nicht weitvom Stamme fallt, und daß Gleiches Gleiches zeugt, schafft das lehrt die auf.- merksame Erfahrung täglich nicht allein bei Pflanzen, sondern auch bei Thieren, und dem edelsten Geschöpfe der Erde, dem Men­schen. Man sollte aber zum Pflanzen nur Aepfel oder Birnen wählen, die voll­kommene Kerne haben, von starken, gu­ten , gesunden, fruchtbaren Bäumen, und ihre Sprößlinge werden zu einem starken, guten, gesunden Baume, gleich ihrem Stammbaume e/wachsen.

2) Die Kerne sind sehr häufig von schlechten, unvollkommenen Äepfeln oder Birnen gesammelt, und Baum und Frucht wird schlecht und unvollkommen. Man müßte aber die besten, vollkommensten Aepfel oder Birnen zum Pflanzen wählen, und Baum und Frucht würden gut und vollkommen werden.

3) Die Aepfel oder Birnen werden mehrentheilS vor ihrer völligen Reife ge­sammelt , und die Kerne sind größtenthrilS nicht vollkommen reif. Das Obst zum Pflanzen sollte man sammeln, wie es von selbst (nicht durch Windstöße und heftige Erschütterungen) nach erlangterReife zur Erde fällt, wodurch es einen Schaden lei­de-/ der e- hglh verlesen macht.

4) Die Kerne zum Säen sind größten- theils auch unvollkommen; diese Unvoll­kommenheit kann man aber weder vorher an den Kernen, noch nachher an den Spröß- lingen erkennen. Von den 4 bis 6 Stämm­chen , die aus jedem Apfel oder jeder Birne neben einander aufsprosscn, sollte man beim Verpflanzen das stärkste oder die zwei stärk­sten Stämmchen wählen , und die übrigen schwachem wegwerfen. Dies ist ein Haupt- vvrtheil. Der Sandmann zieht gern selbst Schweine an, um den großen Vortheil zu haben, die stärksten, muntersten Ferkel ouszuwähl-n und zu behalten.

5) Die ihres Fleisches beraubten Kerne, die den Winter zum Theil vertrocknet und verdorret sind, werden größtenthrilS im Frühjahr gesäet; sie gehen oft den Herbst oder im zweiten Jahre auf, und sie leiden vom Ungeziefer und der Witterung große Gefahr und großen Schaden. Gleich im Herbste, wo das Ungeziefer nicht so vie­len Schaden als im Frühjahr und Som­mer thut, sollten die Aepfel oder Birnen, mit dem Stiel nach unten, in ein lecker gegrabenes oder gepflügtes Land, das Sonne und Luft hat, in Reihe und Ordnung, in der Höhe des Erdbodens gepflanzt, und mit etwas Erde bedeckt werben. Im näch­sten Frühjahr sprossen alsdenn die in den Früchten nicht vertrockneten Kerne bald und frisch auf, sie entwachsen dem Ungeziefer und der Gefahr, im nächsten Winter zu er­frieren.

Der Verfolg künftig.

Vorkenntnis der Witterung. Monat April.

April ist, wie die beständige Erfahrung darthut, in Absicht der Witterung der ver­änderlichste Monat im Jahr. Es ist kein Tag desselben, ja gewiß keine Stunde, in welcher man nicht Abänderung der Luft, de« Windes, Regens oder Schnees, der Kälte und Wärme bemerket; ja bei den schön-