Nr. XIV. ü. April. i?-s-
Giesser Jlttellignizblittk.
Lieber «Vbstbattmzncht.
Zuerst etwas vorzüglich von Aepfel- und Birnbäumen. — Folgende zwei Erscheinungen sind allgemein als Wahrheiten bekannt:
J. Die aus Obstkernen gezogenen Stamme bringen nicht das Obst hervor, aus dessen Kernen sie gezogen wurden.
1 (. Der größere Theil dieser Stamme ist schlecht, und meistentheiks erwachsen aus ihnen schwache, kränkliche Baume, die, den Würmern und dem Ungeziefer auöqesetzt, nicht lehr fruchtbar und von kurzer Dauer sind. Was sind die Ursachen beider Erscheinungen l Sie scheinen beide gegen die Natur zu seyn , in der Alles recht und gut ist; und wir müssen folglich ihre Ursachen in einem Adweichen von der Natur und ihren großen ehrwürdigen Gesetzen suchen. Und dies Adweichen ist hier sehr offenbar. Nämlich: der Mensch, ein kur-stchtiges Geschöpf, ißt den Apsei und säet die Kerne. Daß der Apfel oder sein vorzüglicher Theil, das Fleisch, zu einem guten gesunden Nahrungsmittel für den gesunden Menschen, und zu mehrerern andern Zwecken bestimmt ist, ist Wahrheit. Aber eben so einleuchtend ist auch die Wahrheit, daß Gott die Kerne in das Fleisch nicht umsonst, und nicht ohne Beziehung auf einander eim hüllte; sondern daß das Fleisch des Apfels noch naher und noch mehr für die Kerne als für dir Menschen bestimmt ist. Nämlich:
Die Natur läßt den Apfel, wenn seine Kerne vollkommen reif sind, zur Erde falzen ; der Apfel bekommt durch den Fall eine schadhafte Stelle , die ihn bald ver- tvesend macht; sein Fleisch, das sehr feine,
den Kernen homogene Erde und Safte mit vielem Feuerwesen verbunden, enthält, verweset, das verwesete Fleisch bietet den Kernen eine sehr gute, ferne, geistige und homogene und die erste Nahrung dar; die Kerne sprossen des Frühjahrs aus der Erde auf, sie wachsen schlank neben einander heran; daö stärkste oder die zwei stärksten Stämmchen (denn in der Empfängniß waren die Kerne nicht gleich stark geworden) ersticken die schwachen, und es wachst ein Baum hervor, der der Natur gemäß, recht und vollkommen ist, und der, wie sein Stammbaum, die wohlschmeckendsten Früchte in der größten Menge bringt. Wir wollen nun sehen, was die Menschen thun. Von Baumen, die oft ungesund, krank, unfruchtbar und halb verdorret sind, nehmen die Menschen große und kleine Aepfel von vielerlei Arten, deren Kerne reif und unreif, gut und schlecht sind^; die Kerne werden ihres Fleisches beraubt; sie liegen den Winter durch, und vertrocknen und verderben zum Theil; des Frühjahrs werden diese Kerne bunt und wild in der Baum«- schule unter einandergesaet. Diese schlech- t n , viela^tigen, zum Theil unreifen und unvollkommenen, ihres Fleisches beraubten Kerne, die man oft von schlechten Früchten schlechter Bäume nahm, ziehen aus der Erde, statt einer milden homogenen Nahrung, wie sie ihnen das Fleisch würde dargeboten, und den wahren Geist würde gegeben haben, einen rohen, wilden , herben, nicht homogenen, nicht Art und Geist bestimmenden Erdensaft an sich; und es wachsen Sprößlinge hervor, die wild und ungeartet find. Und pfropt oder <xulirt man sie auch mit guten Früchten,
so


