Ausgabe 
6.4.1799
 
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schönsten Sonnlnblicken läßt der Himmel Schnee fallen.

Neumond.

Findet man die Hörner des Mondes halb, meistentheils trübe, unkennbar, und so zu sagen , kurz, wie abgestumpft, so er­folget Regen und ist auf kein günstiges Wetter vier Tagelang, ehe Vollmond ein- tritt, zu rechnen, und wohl gar den gan­zen Monat, weil die Natur in ihren Wir­kungen meistens sehr langsam zu Werke geht, und sich zur Warme nach und nach zu resolvircn anfängt, aber noch heftiges Widerstehen findet, weil Kälte und Warme mit einander streiten.

Wenn es am Tage geregnet, oder der Wind gewüthet hat, dann wird es zu Abend stille, wenn der Mond klar aufgeht.

In diesem Monat zeigen sich auch, wenn warme Sonnenblicke kommen, Ge­witter. Donnert es sehr zeitig, ehe die Bäume noch Blätter bekommen haben, so kann man noch immer auf Kälte rechnen.

Von der Lufterscheinung.

Zu Bestimmung der Witterung haben wir unausbleiblich auch die Phänomenehier. her zu ziehen, die sich im Frühjahre und Herbste besonders zeigen, und wenn sie ein« treten, meistens Veränderlichkeit des Wet­ters hinter sich lassen. Mitten im Winter beider strengsten Kälte, da Schnee und Eis unS hart bedrohen, und zwar in der stnstersten Nachtzeit entzünden sich zuwei­len die Dampfe und schwefiichten phlogisti- schen Theile, daß es auf einige Minuten wie Heller Tag wird. Solche Begebenhei­ten in der Natur haben weiter keine Fol­gen , als daß die strenge Kälte noch lange fortsezt.

Nordschein kann Kalte und auch Hitze bedeuten. Ereignet sich der Nordschein in großer Kälte, nun so ist es Vorbedeutung, daß die Kalte bald nachgiebt und mildere Witterung sich einstettt; so aber das Nord­

licht !bei milder Witterung sich zeiget, dann verwandelt sich das wildere Wetter in Kalte.

Sonnen - und Mondverfinsterungen, wenn sie sichtbar sind, bringen allemal Veränderung des Wetters mit.

Noch ein Umstand ist hier zu merken. Ist im Spätherbst nach der Mittagsstunde bei warmen Wetter eine Art Himmelskör­per nicht fern von der Sonne zu sehen, welcher sich feuerrot!) finden läßt, so ist dies ein Merkmal, daß noch vier Wochen lang sehr große Hitze gleich dem heissesten Hundeestern sich emfindet, die aber Feld» und Gartenfrüchtrn nachthrilig werden möchte.

XX(vd-)tidbt.

Nachdeme Johann Gottlieb Faber, vor­mals ein Soldat, nachher bis zu seinem Tod ein Besucher oder niederer Accise- Be­amter, am 27 Marz 1796 in Schesten in Ostpreussen in einem Atter von 70 Jahren verstorben ist, und ein Vermögen, welches sich auf vhngefahr LoThaler belauft, hin­terlassen hat, bei Ausmittelung seiner ge- sezlichen Erben aber sich gefunden, daß der verstorbene öfters geäußert hat, erhübe im Hessischen, tn Giessen, noch eine Schwester, Namens Maria Faber, so wird dieses hier, mit bekannt gemacht, und ersagte Maria Faber oder deren Leiber - Erben, oder die sonstige gesezliche Intestat. Erben aufge­fordert , sich allhier zu melden, ihre Ver­wandschaft gehörig zu beweisen, und somit zum Empfang der Erbschaft der obgenann­ten Gottlieb Faber sich zu rechtfertigen, worauf alsdann von dem König!. Ostpreus­sischen Hvfgericht zu Iesterburg dar weitere verfügt werden wird. Giessen den 12. März 1799.

Bürgermeister und Rath daselbst«».

STene Bücher Die in Der Rrr'egerfchen Buchhandlung zu haben.

Fichte und Forberg neuer Beitrag zur Ge­schichte des Atheismus, 8. 24 fr.

Erklä-