) 158 (
größert wurde? Warum schwieg er damals? — Freilich ist eS bequemer, nachher, und noch dazu versteckt, über solche Anstalten zu plaudern, als sie selbst anordnen helfen. Länger als acht Tage hindurch habe ich , bei dem schlimmsten Wetter, wir seine Mühe und Wege verdrießen lassen, sodaß ich manchmal des Nachte um i, bis zwei Uhr erst zu Hause gekommen bin, um keine Beobachtung zu versäumen, die mich in meinem Urtheile über die zu treffenden Vorkehrungen bestimmen konnten. Hierauf glaubte ich denn freilich, mit etwas Zuversicht auftretten zu können, dennoch aber handelte ich als Privat-Person, und that und konnte nichts thun, als meinen wohlmeinenden Rath geben. Doch das konnte ich noch rhun, und that ich auch wirklich, o.!S ich sah, daß von andern, dieauchein Wörtchen bei dieser Sache mit zu sagen zu haben glaubten, meinem Vorschlag'enrge- gen gearbeitet werden sollte, daß ich mich erklärte, für jedes aus der Befolgung meines Rathes entstehende liebel verantwortlich seyn , und dieses schriftlich niederlegen zu wollen. Diese Verantwortung über mich zu nehmen glaubte ich meinen Mitbürgern schuldig zu seyn, da ich sonsten kein Mittel sah, eine zweckmäsige Arbeit zu bewirken. Hatte der Ungenannte ein gleiches Erbieten gethan — mit Freuden hatte ich mich zurückgezogen. Aber damals ließ, wenigstens öffentlich, sich niemand sehen, wenn man auch die Arbeiter zu ihrem Geschäfte heimlich unlustig zu machen eifrig bemüht war; so daß es ganz des Ernstes eines Mannes, wie des Herrn Re- gierungsraths Meyer bedurfte, sie in Thätigkeit zu erhalten.
War eS aber dem Verfasser auch nur etwas Ernst mit seinem Patriotismus, warum, in aller Weit, warum nannte er sich nicht? — Dem ungenannten, lichtscheuen Manne habe tch hiermit das lezte Wyrt geantwvtttt. Er soll nun volles,
ungestörtes Recht haben, zu schimpfen, zu toben und auf seine Alt witzig zu seyn, wie er nur immer will, ich wenigstens will ihn in nichts stören. Sollte es ihm aber wirklich um Erforschung der Wahrheit zu thun seyn, und rhm in meinen Bemerkungen manches nicht einleuchten wollen; so bin ich, wenn er sich nennt, erbötig an jedem alsdann zu bestimmenden Orte zu erscheinen, um unseregegenseitigen Gründe und Zweifel vorzutragen und mit Kalt- blütigkeit abzuwägen. Für jede Belehrung offen, wie ich mich fühle, und von dem Ungenannten es annehmen will, hoffe ich, baß wir uns werden vereinigen, und ein endliches Resultat in eben diesem Wochenblatte bekannt machen können. Sollte ober auch dies fehlschkagen, so würde eS das geratenste seyn, unsere verschiedene Meinungen gemeinschaftlich zu wählenden sachverständigen Männern zur Beurthei» lung und Entscheidung vorzulegen , da dann der unterliegende Theil die Kosten tragen, müßte.
So handelt der offene, redliche Mann — tückische Ausfälle Hinterm Vorhänge hervorgethan, geziemen nur dem Verläum- der, und Verachtung aller Rechtschaffenen wird sein Lohn dafür seyn.
Rüsselsheim den l9tenAug. 1799. Krön cke.
Beispiele
von allerlei Unglücksfällen zur Beleh- rung und Warnung.
Schlagfluß und Tod vom Geruch des frischen Heues.
Nach öffentlichen Blättern wurde vor mehreren Jahren in Frankreich ein Bauer m-t zwei Söhnen, welche die Nacht auf frischem Heu in der Scheune geschlafen hatten, Morgens todt gefunden. Die herbei gerufenen Aerzte versicherten einstimmig, baß der heftige Geruch des frischen
Heues


