Nr. xxxx. Z.Octobr. 1799
Giesser Jntelligenzölakk.
Bemerkungen über die Gedanken eines Laien in der ^ydraulick, gelegentlich der wehr- anflaleen in der riacbr des 2zren Hebr. d. I. dazu angefachr.
Verfolg.
Etwas kostbarer, dafür aber auch von ' großem Nutzen würde es seyn,
yten- der Lahn, die eben oberhalb de- Einflusses der Siechbach eine große Krümme macht, vermittelst eines Durchstiche- «ine gerade Richtung zu geben.
Hierdurch würde erhalten :
s) daß das Eis sich in dieser Krümme ferner nicht setzen, und also die Lahn nicht leicht zu der gefährlichen Höhe steigen könnte.
b) Erhielte die Wiesek dadurch einen ungehinderten Abfluß, deren Mündung jetzt fast stumpfwinkelig, und sonach aus- jerst nachtheilig ist. Zugleich würde
c) auch dem Abbruche deS besten Landes, den die Lahn in dieser Serpentine von Jahr zu Jahr immer mehr und mehr er- zeugt, dadurch vorgebeugt. Ein Vortheil, der schon allein diesen Durchstich wün- schenewerth machen würde.
d) Auchdie eben oberhalb dieser Krümme liegende Mühle (ich glaube die neue Mühle genannt) würde durch diesen Durchstich gewinnen, und wegen des UnterwasserS nicht so oft still stehen dürfen.
Ein Hauptgrund, warum daS Lahn« wasser bei dem Wallthore nicht zu der. Wiese? überfließen darf, und warum ebenfalls die Wiesek schon vor dem Aufgange der Lahn so viel als möglich abgezapft werden muß, ist von dem Verfasser gar nicht erwähnt worden. Dieser besteht nemlich
darin«: Mit jemehr Gewalt das Wiesek- wasser in die Lahn dringt, jemehr wird die Lahnfluth, und sonach auch daö Eis in diesem Flusse aufgehalten desto eher setzt eS sich fest ( wozu die Krümme schon ohnedem, wie oben erwähnt, Veranlassung ist), und erzeugt also die Gefahr drohenden Anschwellungen. Wünschen-- werth würde eS daher seyn, wenn
roten- die niedrigste Stelle derEhaus- si'e vor dem Wallthore erhöht würde. Ob e- nöthig werden möchte, wenn alle- diese- in den Stand gesetzt seyn wird.
ulen- unter der Chaussee vor dem Selzerthore noch eine Brücke zu bauen, kann ich wegen Mangel der dazu erforderlichen Data nicht untersuchen.
Die- sind die Mittel, die ich nach fr ner sorgfältigen und gewissenhaften Uel/er- lequng zur Sicherstellung Gießens gegen Ueberschwewmung glaube empfehlen zu köntien. Gerne bescheide ich mich, nicht- weiter zu beabsichtigen al- sie nur zu empfehlen , und die Aufmerksamkeit Darauf zu leiten. Sollte mir dieses gelingen, so würde ich selbst darum bitten, sie vor der Ausführung dem Urtheile sachverständiger Männer zu unterwerfen.
Was ich bisher gesagt habe, glaubte ich mir, wehr aber noch der Wahrheit schuldig zu seyn. — Nun sey cs mir erlaubt, zum Schlüsse noch ein Wörtchen mit dem anonymen Schriftsteller zu reden.
War es demselben so ein hoher Ernst mit seinem Patriotismus, wie er sagt, warum zeigte er sich nicht zu jener Zeit, da die Gefahr vorhanden war; da diese, nach seiner vorgeblichen Ueberzeugung, durch die von mir empfohlenen Arbeiten noch vergrößert


