Ausgabe 
5.10.1799
 
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Heues diesen drei Unglücklichen einen Schlagfluß und Len Tod zugezogen hatte.

ES muß hier noch angemerkt werden, daß die Scheuer klein , von 'Heu ganz voll- gestopft und verschlossen war, wo die Dünste vom Heu beisammen blieben, und also um so heftiger auf die Schlafenden wirken müssen. In einer geräumigen Scheuer oder im Freien auf der Wirse kön­nen die Dünste des Heues nicht so leicht schaden, wie man auch an den Landkeuten sieht, die öfters auf Heuhaufen auf den Wiesen und in Scheuern zu schlafen pfle­gen , ohne einigen Nachtheil davon zu ver­spüren.

Feuersbrünste durch allerlei Zu­fälle erregt.

Dor etwa 16 Jahren gab das Sen­gen einer Gans, die gebraten werden sollte, in Gera Veranlassung zu einem ent- sezlichen Brande, der durch einen stürmen­den Wind angefacht und in wenigen Stun­den über die Harste der Stadt verbreitet wurde, wobei, alle von den Frommen er­griffene Gebäude verheert worden. Der verursachte Schaden und das Unglück der Einwohner war überaus groß.

Bei dem Sengen dec Gans mit bren­nendem Stroh begieng die Köchinn die un­verzeihliche Unvorsichtigkeit, dieses Ge­schäfte bei einem heftigen Sturmwinde,m Hofe vorjunehmen, der m>t Reißr'g voll besetzt war. Die Fiammr vom Stroh, durch den Wind getrieben, ergriff daS Reißiq, w.lches sogleich in Hellen Flam­menstand, und in wenigen Minuten daS ganze Haus. Die Wuth des Feuers griff mit solcher Geschwindigkeit um sich, daß es keine Möglichkeit war, demselben Ein­halt zu thun.

Im Herbst 179s entstand in der Stadt Kecökemet in Ungarn bei einem Mezger durch unvorsichtiges Auslassen des Schwei­nefetts ein Brand, wodurch in wenigen

Stunden 550 Hauser und 27§andmühlen in die Asche gelegt wurden.

Ebenfalls im Herbst 1795 entstand eine große Feuersbrunst zu Bischofsheim auf der Röhn im Wirzburgischen durch Einstecken des Flachses in einen Backofen, worin der Flachs in Brand gerieth.

Jährlich geschehen bald da bald dort in Dörfern große Unglücksfälle durch daS Dörren des Flachses in Backöfen; dessen ungeachtet bleiben die Landleute auf ihrem Eigensinn, gegen die herrschaftlichen Ver­ordnungen , ihren Flachs in Backofen zu dörren; und was das schlimmste dabei ist, sie verfahren bei dieser Arbeit zu unvorsich­tig und gleichgültig.

Ich erinnere mich , vor langer Zelt in Zeitungen gelesen zu haben, daßinPo- len ein verheerender Brand durch einen Pelzmantel entstanden war. Eine Dame kam imWinter von einer Reise spät in der Nacht nach Hause; die. Kammerjungfer nahm ihr den Pelz ab, und trug diesen ge- schwmd'in d,e Garderobe. Die Nacht^am Feuer aus, welcheSden ganzen obern Stock Les Schlosses schon in Flammen gefetzt hatte, als man erwachte. Mus allem sah man, daß das Feuer in der Garderobe ent­standen war, und die Kammer,ungfcr erin­nerte sich nun , daß ein Fünkchen von dem sichte in den Pelz gefahren sey, als sie ihn im Kleiderzimmer aufhängte, welches sie aber gar nicht geachtet hatte.

GoLt-svienff am 6. Ootobr.

In der St. Pancratiuskirche. Mor­gens Herr Superintendent Müller. Nach­mittags Herr Magister Beck

In der Burgkirche. Morgens Herr Superintendent Schulz. Nachmittags Herr Pfarrer Duff.

Morgen den 6.Octobr. hat dasFrifch- backen der Beckermeister Lehrmund, in der Neustadt.

Ein -