Ausgabe 
31.5.1768
 
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bereits unter uns seine gewisse Uniform# die er wenigstens assdenn anhabm muß, wemm Amtssachen vorgenommen, oder vornehmem Leuten die Auf­wartung gemacht werden foti?

Da unter den mancherley Aemtern deS Staats ein groser Unter- * schied ist, so könnte eben durch die auf mannigfaltige Art abgeänderte Uni­formen , die fm-lich eben nicht gerade em militärisches Ansehen haben müste, der Stand und die Würde eines jeden auf das genaueste bestimmt wer­den, und man würde nicht so oft in den Fall gesetzt werden , einem gerin­gen und nichtsdedeukenden Menschen Complimente zu verschwenden , und . «inen angesehnen und wichtigen Mann unbemerckt vorbey zu lassen, weil dieser eben kein Freund von prächtigen Kleidern ist.

In alle Kleinigkeiten von der Beschaffenheit dieser Uniform in Absicht auf Leute von 1)0hem,mitlerm und geringerm Rang mich einzulaffen, wür­de mir billig zu verdenken seyn. Dieses muß andern Leuten überlassen wer­den , die den Rang eines jeden auf das genaueste wissen, und den Staat genug kennen, um für ei» jedes Amt eine ihm gemäße Kleidung zu bestim­men, die kostbar genug aber nicht allzukostbar ist, und nicht durch wieder­sinnige Verzierungen ins lächerliche fällt, wie solches bey einigen Unifor­men leichter Truppen im vorigen Krieg geschehen zu sevn scheinet. Es ist genug daß der Vortheil davon sehr gros ist, weil niemand genöthigt, son­dern vielmehr jedermann zurück gehalten würde, mehr Aufwand zu ma­chen , als sein Einkommen natürlicherweise vertragen kan. Wenn die Uni­formen nach den mancherley Graden in Ansehung der Kostbarkeit wohl ge­wählt sind, so werden sich auch die Vornehmsten deSStaaks nicht schämen, darinnzu erscheinen, so wenig als es ein-Oberster für zu gering hält, die Uniform seines Regiments zu tragen. Niemand müste alsdenn anderst gehen, alS es die Regel erforderte, und der Reichthum Dürfte dey den vornehmern eben so wenig als bey den Gm'ngern eine Ausnahme verursachen: niemand aber dürfte auch im Gegentheil eine, gewisse Uniform tragen, wenn er nicht zugleich das Amt und den Rang hatte, wofür dieselbige bestimmt worden.

Was nun Leute äusser Bedienungen betn'st, als viele Adliche, Kauf­leute, und angefthne Bürger, so gehörte auch vor eine jede Classe von solchen Leuten eine besondre Uniform : Damit der Kaufmann oder Hand- werksmann nicht als ein Prinz gekleidet erscheine. Unter beyden letztem könnte man Grade nach dem Vermögen festsetzen, so daß derjenige, der rin gewisses Hermögen nicht besäße, Die Uniform eines höhern Grades gar nicht, derjenige aber, welcher solches besitzt, gegen Erlegung einer gewissen jährlichen Abgabe, weil er doch mehr alS seine Mitbrüder seyn