Ausgabe 
30.8.1768
 
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der Donnerstag ittt Frühling den Namen von einem gewissen Sckeih führt,* dessen Grab sie auf diesen Tag besuchen müssen. Auf diele Art kann der grö- ste Theil der türkischen Frauenzimmer aus der Skadt zu solchen ZlahrSzeiten ausgchn, frische Luft zu schöpfen; sie wüsten denn, (welches nicht ungewöhnlich ist) auf Befehl desBassa in ihre Häuser eingeschlossen lind also selbst der kleinen Freyheit beraubt seyn, die ihnen die Gewohnheit von ihren Männern verschasr. Wenn die Weiber ausgchn, so tragen sie tvsffe Schleyer, die so gemacht sind, daß nichts als ihre Augen und ein kleines Theil ihrer Nase herausguckt. Sie sind gemeiniglich in zahlreicher Gesellschaft, und haben allezeit entweder eine alte Frau, oder ein jung Mädchen zu ihrer Aufwartung bey sich.

Das Haram, oder das Frauenzimmer Haus, wird unter Leuten nach der Mode von einem schwarzen Verschnittenen, oder von einem jungen Knaben bewachet. Und obgleich die Noch viele von dem gemeinen Haufen zwingt, ihre Weiber äusser dem Hause zu lassen, so werden doch ; einige eingespert, bis die Manner wieder heimkommen ; so daß man in diesem Stücke die äusserste Sorge trägt, um zu verhüten , d^ sie nicht ihr Ehegelübde brechen. Allein wo keine Bande der Liebe und der Tu- - gend sind, da kann man sich leicht vorstellen, daß die übrigen nicht hinrei­chend sind; und wie weit die Zuneigung unter ihnen statt hat, kann man aus dem schliessen, was ich bereits von ihrer Wahl gemeldet habe; undnoch rnehr, wenn ich hinzusetze, daß es hier eine Art von Schimpf ist, in seine Weiber verliebt zu seyn, oder ihnen viele Zärtlichkeit und Hochachtung zu bezeugen. Die es noch am besten unter ihnen haben, werden wie die ober­sten Mägde gehalten, und oft mißhandelt und herumgeschmiffen selbst von den Verschnittenen oder den Knaben, die gekauft oder gemiethet werden, um auf sie acht zu haben.

, . . Der Beschluß folgt künftig.

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Von Emrheüuirg der Felder.

Aus dem Braunschweig gelehrten Beytragen.

Dek gemeine Schlendrian ist bekannt. Man machet drey Feldein- iheilungen; r) das Winterfeld, r) das Sommerfeld, 3) das Brach­feld. Em jeder Haüswitth weiß, was er hiemit für Begnffe verknüpfen soll.

- '^^Schech- bedeutet hier einen heiligen Mann; allein dieser Name wird auch der vornehmsten Person in einem Dorf beygelegk