Ausgabe 
30.8.1768
 
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Der Bräutigam hat hernach die Freyheit, feiste Braut heimzüfüh- ren, wenn er eS für gut befindet. Ist der Tag festgesetzt , so schickt er jemanden in ihrHauS, der sie davon benachrichtigen muß. Das Geld, welches er für sie bezahlt , wird dazu angewandt, ein Zimmer ouszumeu- bliren, Kleider, Juwelen und goldne Zierrat!)! n für. die Braut zu kaufen, deren Vater noch, nach seinem Vermögen etwas zulegt, welches drey Ta­ge vor der Hochzeit mit vielem Pomp in des Brautigams Haus geschikt wird. Er ladet zu gleicher Zeit alle seine Freunde und Bekannte, und rst eS ein vornehmer Mann, noch viele andre ein; benn alle die eingeladen sind, x schicken Geschenke, sie mögen es nun für gut befinden zu erscheinen oder nicht. Einige Tage vor der Hochzeit werden Lustbarkeiten angestcllt, und eine Art von offener Tafel gehalten. An dem angefetzten Tage gehen dfe Frauenzimmer aus dem Hause des Bräutigams in der Braut ihres, und führen ihm dieselbe heim, in Begleitung ihrer Mutter und andrer Frau­enzimmer aus der Freundschaft, wo sich beyde Geschlechte in besondem Zimmern biS auf den Abend lustig machen. Alsdenn putzen die Mannsperso­nen den Bräutigam, und geben dem Frauenzimmer Nachricht ; hieraüf wird er in den Hof vor den Zimmern der Weibspersonen geführt > und hier trift er seine eigene Verwandtinnen an, welche vor ihm her tanzen und singen bis an den Fuß derTreppe, die in der Braut Stube führt, welche die Treppe halb herunter gebracht wird, ihn zu empfangen , sie ist mit tu 'nem Stück rothem Floretzeuge verhüüt, und wenn sie noch jung ist, so .hat sie chre Stirn und Backen mit Goldblättchen bedeckt, die in allcMy Figureü ausgeschnitten sind. Wenn er nun der Trrppe hinaufgeführt ist, Jo werden sie allein gelassen.

Da die Türken zu Aleppo sehr eifersüchtig sind, so halten sie ihre Weiber so sehr zu Hause, als sie nur können; so daß chnen gar selten .erlaubt wird,-sich einander zu besuchen. Demohngeachtet zwingt Vie Noth- wendigkeit die Ehemänner, ihnen zu erlauben, ost ins Bad zu gehen, und Montag und Donnerstag sind eine Art von Freyhettstagen für sie, wo sie die Gräber ihrer verstorbenen Freunde und Bekannte besuchen. Da ibn et? dieses eine Gelegenheit verschaff, auswärts zu gehxn in die Gär­ten. und Felder, so'Weg.ste eS so sinnreich eingerichtet- Mr heMhe w*

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RuflcL Damit man etwan nicht denkt, daßdas erdichtet, und eine Satire an unser Heyrarhen ftye. Uehersttzt,>Ta , - /)V.;