Ausgabe 
26.7.1768
 
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n letzt Empfindung mehr, die er uns Harbieten könnte. ,> Personen, die von deftigen Leidenschaften zurückgekommen sind, jchicken sich am beste.» zur wahren Freundschaft. - Es müssen auch schickliche Verhältnisse m derselben seyn - Leute, die ihr Schicksabzu glänzendey-Stellen erhöbe» hat, sind nicht sehr zur Freundschaft geschickt ,, Die Könige sind deswe- ,, gen auch dieser süssen Empfindung beraubt.; sie können niemals der Ge- wißheit geniessen, daß sie selbst geliebt würdenz allezeit ist es der König, und feiten die Person. Um diesen Preiß möchte ich die erste Stelle nicht haben. Eine aüzugrose Jugend ist auch nicht sehr:dazu ge­schickt. - Die Eigenschaften des Herzens sind immer die vorzüglichsten bey einem Freunde. - Hierauf wird von den pflichten der Freundschaft gehandelt» wovon wir gar nichts arrfülMtr wollen, Mil wir nicht alles w führen können, wir verweisen unsre Leser aufs Buch selbst.t - Haben wrr noch Pflichten gegen unsre Freunde nach ihrem Tode auszuübeu? Darauf antwortet der Verfasser: Einige Personen, welche glauben, daß man jenseits des Grabes keine Pflichten mehr zu erfüllen habe, wiffey noch nicht recht, Freunde von Verstorbnen zu seyn. Obgleich das prachtrg- tigste Leichenbegängnis die Thränen und der Schmerz der Freunde sind, und obgleich das herrlichste Begräbnis in euren Herzen ist : .so glaubet deswegen doch nicht, daß Thränen, die ihr aus Empfindlichkeit, manchmal auch in Rücksicht auf euch selbst vergiesset, euch von allen ,, Pflichten gegen sie lossprechen; ihr seyd chrem Namen, ihrem Ruhme, und ihrer Familie schuldig: sie müssen in eurem Herzen durch die Em- pfindung leben, in eurem Gedächtnisse durch das Andenken, in eurem ,, Munde durch Lobeserhebungen, und in eurer Aufführung durch die Nachahmung ihrer Tugenden. Am Ende dieses Abschnitts redt der Auror sehr vernünftig noch von der Freundschaft zwischen Personen von verschiedenem Geschlechte.

Der HL Abschnitt handelt von der Liebe. Die Frage: Ist es dem Weisen erlaubt, verliebt zu seyn? wird sehr schön und richtig beantwor­tet. Alsdann schildert der Verfasser die wahre Liebe und zeigt ihren Unter­schied von der gewöhnlichen Liebe. So kurz diese Abhandlung ist, so viel Vergnügen und Vortheile können sich zärtliche Leser und Leserinnen davon versprechen.

Der IV. Abschnitt handelt von der Ehe, und ist sowohl wegen der Wichtigkeit der Sache, als wegen der Vorkreflichkkit der Ausführüng, rielleicht der schönste, und lehrreichste. Gleich Anfangs redt der Verf.