»68 GLestrsthe wZchetttlich- gemer'nnötzlge Anzeigen geben wird, würcklich schön ist: und dafür halten wir diesen oder jenen Satz-
Aus jenem Baumgartischen Satz kan man alle Regeln der Aesthe- tik und aller schönen Künsten und Wissenschaften herleiten und beweisen, eben so wie alle moralische Wissenschaften aus obigem Wölfischen Grundsatz erwiesen werden können. Aber einer ist wie der andre in der Anwendung unzulänglich. Zu beurtheilen ob etwas würcklich schön ist, muß ich eine genaue Kentniß der Sache haben, davon die Rede ist, und diese hernach mit dem allgemeinen Begriff von der Schönheit zusammen halten und vergleichen. , Denn es ist bekannt, daß zum Stempel etwas in der niedrigen oder scherzhaften Schreibart sehr schön seyn kan, was in dem höher«, ernsthaften oder pathetischen Styl eine sehr häßliche Figur machen würde.
Was die übrigen vorgelegte Fragen betrift, so werde deren Beantwortung auf eine andre Zeit ausgesetzt seyn lassen müssen. Ich werde ihre Gegengründe, wenn sie andrer Meynung seyn sollten, ohnfehlbar mit Vergnügen lesen- Ist das nicht viel? Ich bin rc.
S. T.
Sendschreiben von den Grundsätzen des Rameralwesiris, besonn ders in Ansehung der Grädee. (Aus dem Hannöverischen Magazin.)
Verehrungswerther Gönner!
Ihr gütiges Fürwort, mir die Stelle eines Kammerraths zu zu verschaffen, erkenne ich mit dem zärtlichsten Danke, obgleich nichts daraus geworden ist. Wenn ich die Wichten eines rechtschaffenen Kameralisten überhaupt, und ins besondere in einem kleinen Lande, wo man das wahre Kameralwesen kaum dem Namen nach kennet, in Erwegung ziehe: so zweite ich fast daran, daß meine Schultern zu dieser Bürde stark genug gewesen seyn würden.
Ein wahrer Kameralist ist nichts wie viele glauben, bloß ein Man, der vortreflich rechnen kann, der die herrschaftlichen Pachtungen alle Jahre zu erhöhen weiß, kurz, der aus den Unterthanen so viel Geld herauöpref- stt, als möglich ist. Ein solcher ist allenfallszu einem Entrepreneur oder Fomagelieferanten geschickt genüg, aber zu keinem Kameralisten.
Em


