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und ungekünstelten Satz / durch dessen Hülfe ich dieses ohne weitere Mühe einschen und beweisen kan? ES ist also die Frage nicht eigentlich von dem Satz, der unumgänglich der erste seyn muß, nicht von dem -Obersatz, sondern von dem Untersatz des Schluffes. Mann will also, wenn ich so reden mag, den zweyten Grundsatz wissen, durch welchen der Schluß vollständig wird, und den man deswegen den ersten genennet hat, weil man jenen als bekannt und unleugbar voraussetzt, und bey diesem erst eine Frage entsteht.
Nun bin ich der Meynung , daß man keinen solchen allgemeinen Grundsatz aufweisen kan, der die Frage hinlänglich beantwortete. WaS mau von der Erhaltung seiner selbst, der Geselligkeit, und andern Sätzen vorgebracht hat, die man dafür auszugeben pflegt, ist unzureichend. Vielleicht hat man auch keines solchen allgemeinen Probiersteins nöthig, jawaS noch mehr ist, vielleicht ist auch keiner möglich. Denn es kommt alles auf die Umstände an, unter welchen eine Handlung vorgenommen wird, da oft eine und eben dieselbe Handlung böse wird, die unter andern Umständen gut und löblich war. Man muß deutliche Begriffe von der Natur, Den Absichten und der Bestimmung des Menschen haben, und insonderheit Denselben jederzeit im gantzen mit Inbegriff seines jetzigen und zukünftigen Zustandes betrachten, wenn man in der Anwendung einer Handlung auf jenen ersten Grundsatz nicht irre gehen will. Hieraus muß eS beurtheilt werden , ob eine Handlung gut oder böse, erlaubt oder verboten ist.
Die enge Gräntzen eines Briefs erlauben keine weitläuftigere Ausführung. Ich bemerke nur noch folgendes. Man streitet eben so wie in dem Recht der Natur, also auch in der Aesthetik über den ersten Grundsatz. Baumgatten und ferne Nachfolger drücken ihn so aus: die Vorstellung von der Vollkommenheit einer Sache muß so sinnlich als möglich seyn. Ist dieses im Grund etwas weiter als der Begriff der Schönheit? Niemand kan diesen Satz leugnen. Menn aber verschiedne andre sagen ; die Nachahmung der Natur ist der erste Grundsatz, so verstehn sie eben das, was wir vorhin den zweyten genennt haben. Sie behaupten nemlich: als- Denn sey etwas schön, wenn es mit der Natur übereinstimmt. Dieses leidet aber allerdings seine Einschmnckungen. Andre drücken sich daher so aus: schön ist eine Sache, wenn sie uns auch ohne intereßirte Absichten wohlgesällt: und andre sind wieder andrer Meynung. Was wollen diese Leute anders sagen, als: wir haben einer gewißen Regel nöthig , wodurch wir einschen und beweisen können, daß dieses oder jenes, das dafür ausge-
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