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werden können, und darinnen sich alle übrige Gesetze gleichsam als m einem Mittelpunct vereinigen, so ist es zu verwundern , daß man darüber hat streiten können. Es ist derselbe weiter nichts als der Begriff von dem was gut und böse, recht und unrecht ist, aus welchem man den Satz macht r Lhue dasjenige was gut ist, und unterlaße das Böse, Weit sich der Be­griff von dem Guten in den Begriff von der Vollkommenheit auflösen käßt, so ist dieses eben so viel als waS Wolf und andre sagten: Strebe nach Vollkommenheit,- undvermeide die Unvollkommenheit. Satze von der Art zu erfinden bedarff man eben Feiner grofen Kunst. Indessen sind sie ih­rer Leichtigkeit halber nicht zu verachten, weil oft gantze Wissenschaften in ihnen ihre letzte Quelle finden. Aber eben diese Leichtigkeit bringet mich auf den Verdacht- daß der Ausdruck des ersten Grundsatzes noch eine andre Bedeutung haben muß. Niemand hat jenen Satz bisher geleugnet, und selbst diejenige, welche doch andre Grundsätze angenommen haben, geben ihn zu. Ist mir recht, so will man nicht eigentlich wissen, was man zu thun und zu lassen schuldig sey: denn darüber ist noch kein Zweifel ent­standen. Sondern man will wissen ob eS Feme gewisse sichre und beständi­ge Regel und Richtschnur giebt/ durch welche man ohne weitere Mühe, in allen Fallen erkennen könne, ob und warum dann etwas würcklich gut vnd böst ist. Hatte man einen solchen Probierstem, durch welchen man so­gleich , wie bey dem Gold, entscheiden könnte, ob etwas gut oder böse EV so würde man vieler weitläufiger Untersuchungen überhoben seyn: und

n hätte weiter nichts nökhig als die Handlung gegen diese allgemeine Re­ge! zu halten, so würde man ohne weitere Umstände den Werth oder die Schädlichkeit einer jeden Handlung sogleich einsehen.

Daß man dieses eigentlich mit dem ersten Grundsatz der moralischen "Wissenschaften hat sagen wollen, ist unter andern daher klar, daß viele, damit ich doch aus mancherley Beyspielen eins wähle, die Erhaltung seiner selbst für den ersten Grundsatz ausgegeben haben. Alles was mit meiner Erhaltung übereinkomt, sagen sie, ist gut und recht: und alles was derselbigen zuwider lauft, sie schmälert oder aushebt, ist böse. Jenes bin ich verpflichtet zu thun, dieses aber zu unterlassen. Man Fan , um mich kunstmaßig auszudrücken, die Sache in einem förmlichen Schluß vorstellen. Der erste Satz ist der: Alles was gut und recht ist, bin ich verbunden zu thun. Hieran zweifelt kein Mensch, Der zweyte Satz ist- diese^oder jene Handlung ist gut und recht, und dieser bedarff allerdings ei- ms Beweises. Und nun ist die Frage: habe ich keinen allgemeinen leichten

und