Giesfische wöchentlich * gemeinnützige Anzeige» ihr unser Geheimnis nicht wisset und dennoch wollt ihr solches entdeckt ha, den. Denn es ist unleugbar daß man von vielen Sachen nicht weis was (te eigentlich sind: aber man weis doch sehr ost was sie nicht sind: und die- es thut in verschiednen Fallen so gute Dienste, daß man manche Wahrhei­ten daraus herleiten kann. Ich weiß zum Excmpel nicht was die Natur eines einfachen Dinges eigentlich ist. Aber ich weis doch daß ein einfaches Ding nichts körperliches ist/ und daß folglich alle Eigenschaften die jedem Körper zukommen, und aus dem Wesen eines Körpers fliessen, einem ein­fachen Ding gantz und gar nicht beygelegt werden können, daß es folglich rrntheilbarsey, nicht auf die Art wie ein Körper entstehen, wachsen und wieder abnehmen könne, und was dergleichen mehr ist. Schlage ich diesen Weg ein und nehme die mancherley Ursachen zu Hülfe, welche ein Mensch haben kan, ein Geheimnis aus einer Sache zu machen, (Denn ohne Ursa­che handelt niemand, vielweniger eine solche Gesellschaft, die so viel ansehn­liche und kluge Leute unter sich hat, als sich die Freymäurer zu rühmen pflegen) so wird sich doch wenigstens eins und das andre muthmassm lassen.

Viele Leute glauben das berufne Geheimnis sey ein blosses Nichts. Ich will nicht in Abrede seyn, daß allenfals gewisse Klaffen in dem Orden And, und viele die nur so zu reden in der untersten Klaffe sind, in der That nicht eigentlich etwas von den wesentlichen Grundsätzen der Gesellschaft zu hören oder zu sehen bekommen. Die Freymäurer pflegen vielfältig m rühmen, daß angesehne Gottesgelehrten und sogar gekrönte Häupter Glie­der ihres Ordens seyen. Ob ich gleich hiervon noch keine Beweise gesehen habe, so will ich es doch gerad nicht leugnen, wiewohl es eigentlich nichts zur Sache thut, indem man Kaiser und Könige gehabt hat, die sich durch grosse Laster berühmt gemacht haben, so wie man viele angesehne Vischöf- fe, und nach einiger Meynung so gar Päbste hat, die auf grobe Jrrthü- mer gerathen sind. Doch ich zweifle immer, ob dergleichen Leute mit dem innersten des Ordens genau bekannt gemacht worden sind: und wenn ich glaube daß die Absicht der Gesellschaft eben nicht die reinste und lauterste ist, so halte ich doch den grösten Theil ihrer Glieder, an deren Rechtschaf­fenheit man aus andern Ursachen nicht zweiflen kan, für unschuldig, Ich dencke, es giebt gewisse Grade wie bey den Jesuiten, unter denen eben -Et alle an den Jntriguen, die sie zuspielen gewohnt sind, Antheil haben Eben so mögen unter den Freymaurern sehr viele seyn, die eigentlich von rhrem Geheimnis nichts wissen, und also auch nichts sagen können.

r.r . Aber