Gr'eMch« wöchentlich, gcmcümützigc Anzeigen empfehlen, als die Gelassenheit. Es giebt Falle wo diese nicht mehr hm, reicht, und wo man entweder hitzig werden, oder wenigstens den Schein tiner Hitze annehmen muß, wenn man anderst nicht sein gantzes Ansehen verliebren will. * Eine ewige Windstille ist der Natur eben sowenig zukräg- lich als ein beständiger Sturm. Am besten ist es, wenn man für sich ittf Geiste ruhig bleiben kan, und sich nur äusserlich, wenn es nöthig ist, das Ansehen zu geben weis, als wenn man wurcklich aufgebracht wäre. Man bleibt hierbei) Meister seiner selbst, seiner Reden, und Handlungen. Man ran die Hitze mildem oder vermehren, wie es nöthig ist, anstatt daß ein wurcklicher Affect ein Feuer ist, das wider unfern Willen brennet, mit Erstaunen zunimt, und endlich alles dahinreißt. Man kan die Segel aus- spannenoder einziehen, wie man es vor gut findet, und dadurch dem Un- gewitter theils gantz entgehen, theils sich doch mit weit teichtrer Muhe in emen Hafen fluchten. Ein Feldherr, der bey dem geringsten Verlust oder andern nicht vorherzusehenden Hindernissen in eine heftige Gemüthsbewe- gung geräth, ist gar bald äusser Stand, seinen Plan, so gut er auch vorher ausgedacht gewesen, zu befolgen, oder einer Unordnung abzuhelfen, die oft im Anfang von geringer Erheblichkeit ist, aber nachher den völligen Verlust eines Treffens nach sich zieht, weil ihr nicht bep Zeiten gesteuret worden ist.
Dieses ist also kein geringer Vortheik einer gelaßnen Gemüthsart, welche man sich, wenn die Natur dieselbige nicht zugleich mit den» Temperament verbunden hat, durch eine oftmalige Uebung zuwege bringen muß. Diese thut ungemein viele Dienste hierbey: und so wie es unzehlige Leute giebe, die durch Schaden klug geworden sind, und weil sie öfters angelaufen sind, ihre Hitze haben mäßigen lernen, so ist es im Gegentheil so gar schwer mcht, sich durch eine ununterbrochne Aufmerksamkeit auf sich selbst nach und nach m einen solchenZustandzu versetzen, daß man, auch ohne vorher mit dem Kops wider zu laufen, zurückhaltend und vorsichtig wird. Es ist eine Hauptregel der Erziehung den eignen Willen der Kinder bey Zeiten zu brechen, und ihnen niemals zuzulassen, daß sie in eine Heftigkeit ge- rathen, hartnäckige auf ihrer Meynung bestehen, und dieselbige mit Hitze vertheidigen Diejenige aber die eine solche vernünftige Zucht nicht schon rn den frühesten Jahren genossen, können doch wenn sie zu mehrerer lieber* jegung kommen, cheils aus ihren eignen, theils aus andrer Leute Beyspielen lernen, was für Verdruß und Schaden es bringt, wenn man sich in kei- «» Wnschm schien, sondem allenthalben mit fernem Koxk hindurch «E


