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Wenn wir nur bet) dein Unglück andrer Menschen empfinden, so haben wir schon die erste Versicherung eines guten Herzens, und wir werden ge- wis, wenn diese menschliche und brüderliche Empfindung bey den Schmerzen unsers Mchsten, nicht nur nicht verhärtet sondern durch öftern Ge- brauch in aller Stärke erhalten wird, alsdenn sage ich, werden wik eben dadurch weit moralisch besser, gütiger, mitleidiger, und überhaupt mensch- ticher. Dieß ist ein etwas groser Eingang zu einer ziemlich kleinen traurigen Geschichte, die sich in Engeland zugetragen haben soll. Ich habe sie durch die Gütigkeit eines Freundes" erhalten, der mir sie zur Gemeinmachung hat leyhen wollen.
Philipps pyd Elisabeth; eine wahre Erzählung.
Rubere Tvruer war einer der wohlhabendsten Kaufleute in London, rmd einer der besten und glücklichsten Väter in der Welt, dieFreudeund Liebe an seinem einzigen Sohne und die vergnügte Ehe, die er mit seiner Frau führte machten ihn zum glücklichsten Manne, als auf einmal durch einenplötzlichen uMtraurigenZufallfelne Glückftdgkeir unterbrochen tourDe.. Robert berlobr feine, :bc(le Frau, die er so sehr geliebt hatte, Durch etnen frühzeitigen Tod, indem sie erst dreystg Jahr alt war. pbt> ripps verlöhr so viel durch ihren Tod , als fein Vater ; sie hatte ganz und gar die Erziehung des einzigen Sohnes auf sich genommen, und liebte ihn, wie man das überhaupt von Müttern sagen kann, noch mehr als der Vater. Sie war eine gute Wirthinn, und so lange sie lebte, stand es mit den Umstanden ihres Mannes vortrefiich. Robert Turners und seines Sohns Philipps Betrübniß war auch derj Größe ihres Verlusts gleich, Indessen wurden sie in einiger Zeit getröstet, eine andre Leidenschaft nahm dre Stelle ihrer Traurigkeit ein.
In der Nachbarschaft wohnte Frau wiub^/ eine Wittwe, die eine einzige Tochter hatte, welche Schönheit und Verstand und ein besseres Herz, als ihre Mutter besaß, wie sich zeigen wird, ob die letzte gleich vor ihr Alter immer recht schön konnte genennt werden. Frau wiüby war eine weitläustige Anverwandte, oder doch eine gute Bekannte von Herr Robert tuntet*/ und seiner verstorbenen Frau gewesen; daher hielt sie und ihre Tochter, Elisabeth, noch immer gute Freundschafft mit Herr Content/ und stand ihm öfters in Hausgeschäften bey. Sie war nicht Vermögend. Allein von der verstorbenen Iran Tvrner hatte sie viele Vor-


