Kiesffsche
wöchentlich- e n T « . ({
Ein und Stück.
Dürrffagsderr aotett Decemb. 17^8.
Mit Hochfürstl. Hessen Darmftadtischer gnadigstm Erlaubnis.
tkKNa» muß das menschliche Herz wenig kennen, wenn man nicht wss« fen sollte, daß auch die allerschrecklichsten und traurigsten Bege« teWvJ fienheiten uns einiges Vergnügen erweckten. Es mag nun die« ses auS einem gewissen melancholischen Geiste, oder aus der Sicherheit ent« stehn, die -anan empfindet, wenn man andere leiden , und sich selbst äusser aller Gefahr sieht, jemals ein gleiches Schicksal zu erfahren ; eS nwa unS auch, wenn es erdichtete Sachen'sind, der Gedanke trösten, daß alles nicht wahr ist, und die Vorstellung,: Die sehr natürlich undreitzend ist, aefallk unS alsdtnn nur; oder es mag auch irgend einen, andern Grund in unsrer Seele haben, kurz; wir empfinden ein gewisses trauriges V-rgnü« aen, bey Anhörung einer traurigen G-schichte > iederderauf sich Achtung aiebt, weiß dieses. Dieses traurige Vergnügen, das nach seiner Art unS so gut belustiget, und das wir zu gewissen Zeiten so gut schmecken wolle« al« M« lustige, dieses traurige Vergnügen, und also einen Vortheil seinen kesern -u verschaffen, rechtfertigt schon allein das Vorhaben eines Autor«, seine Leser mit einer betrübten Erzählung zu unterhalten ; und wenn auch sonst aus der Moral deö Stück« keine befondre Regel zu ziehen wäre.
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