Ausgabe 
17.5.1768
 
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»6e> Giessische wöchentlich - gemeinnützige Anzeigm

wieder nach Florenz zurück, nicht daß die Chronike irgend einer vom Kö­nige empfangnen Belohnung Erwähnung tbdte, sondern weil er bey den zwey vorigen Gelegenheiten genug gewonnen hatte, und sich gegen­wärtig äusserst glücklich schätzte, daß er nicht zu Paris war aufgeknüpst worden.

-Ob man gleich nicht sieht, daß die Leute besser haushalten lernen, 1 so ist es doch gewiß, daß wir in einem sehr öconomischen Jahrhundert le­ben. Vorschläge über Vorschläge, welche, wenn nur der zehnde Theilder- selbigen ausgeführt würde, Reichthum und Ueberstuß ohnfehlbar nach sich ziehen würden. Von den allgemeinen Regeln der Haushaltungskunst, die eben so leicht find, aber auch eben so wenig ausgeübt werden, als die Mo­ral , ist man auf alle Kleinigkeiten herabgestiegen: und wenn man nur dir Schriften, die von der Verbesserung der Aecker vermittelst der mancherley Arten von Dung handeln, sannnlen wollte, so würde man schon eine an­sehnliche Bibliothek aufsieüen können.

Ich laugne den Nutzen der öconomischen Schriften nicht: aber wer Will sie alle lesen? Derjenige, der eine Landhaushaltung hat, und für den sie eigentlich am brauchbarsten sind, hat gerade die wenigste Zeit dazu: unt> die meisten Gelehrten, deren Bezirck blos in ihrer Studirstube besteht-- können sie ohnedem entbehren. Zudem so haben sie fast durchgängig den Fehler, daß ihre Verfasser nur ihre Erfahrungen fammlen und vorlegen, und diese find gemeiniglich nur auf eine gewisse Gegend , und oft nur auf ein eintziges Landguth eingeschranckt. Wenn diese Leute in unterschiednerr Gegenden und Provinzen Erfahrungen ansiellen könnten, so würden sie das allgemeine, das, wo nicht allenthalben, doch an den meisten-Orten brauch­bar ist, leichter finden, anstatt daß sie uns mit gantzen Banden von An­merkungen überschwemmen, die nur ihnen und ihren Nachbaren, uns an­dern ehrlichen Leuten aber ganz und gar nicht brauchbar sind.

Wenn man einen guten Auszug von den wichtigsten Schriften hät­te, die von dem Acker-Wiesen «Weinbau , Viehzucht und dergleichen! handeln, und bey einem jeden wichtigen Fall die Umstände, Beschaffenheit und Lage des Erdreichs, und die übrige Landes «und Bauart genau genug bestimmte, so würde ein jeder Gütherbesitzer Gelegenheit haben, das beste tzrrauszunehmen, und Sachen zu probiren , die vermöge der tzm seines LandgmheS wahrscheinlich gerachm werden, da es jetzo im Ge-

Antheil