8° Mefsisihe wöchentlich- gemeinnützige Anzeigen
und destomehr der Gefahr, durchgesogen zu werden, unterworfen worden.
Man hat auch wohl, um die Warzen zu starken, einige Wochen vor der Niederkunst Franzbrantwein vermittelst Polstern darauf geleget. Aber der Erfolg hat gewiesen, daß es hernach an Milch gefehlet, wie denn beym Entwöhnen der Säuglinge der Franzbrantwein aufgeleget wird, um Vie Milch zu vertreiben. Ich führe dies nur an, damit man sich vor schädlichen Mitteln hüten möge.
Zweitens frägt man nach Heilungsmitteln bey würcklich erfolgtem Durchsäugen. Dieser beschwerliche Umstand scheinet hauptsächlich auS zwey Ursachen zu entstehen, die insgemein mit einander verbunden sind, i) alldem heftigen und oft wiederholten Anfaffen des Säuglings, z) aus einer starken Hitze und Schärfe, die sich aus dem Magen des Kindes in dessen Munde auf der Zunge und Gaumen auSbreitet und den Warzen mittheilet. Beydes verursachet Verwundung und Entzündung der Warzen. Gegen beyde Unbequemlichkeiten aber dienen nachgefetzte bewährte Mittel.
।) Man nimt des Vormittages den Rahm oder Flott von einer Sette der letzten Abendmilch. Diesen Rahm brät man aus einem Kohlfeuer in einem irdenen Geschirre ganz braun, und rühret ein paar zerriebene Stücke seinen Zukkers darunter, auch ein wenig Krumen von groben Brod- tt. Man presset die Masse durch ein feines Linnen, und bestreichet damit, vermittelst einer Pfiaumfeder, die wundgesogene Warze, sobald das Kind gesogen hak, und sonst zum öfteren. Diese Salbe hellet ganz ungemein, wenn auch gleich bereits tie'e Löcher sich um die Warzen finden sollten.
z) Quitten kerne werden mit Rosenwaffer besprenget, und in einem Mörser stark zerstossen. Auf die Masse giesset man noch mehr Rosei.wassr, und rühret sie damit stark, biö sie ganz zähe und schleimig geworden. Endlich wird sie durch ein feines Linnen geprcsset. Und hie ist denn eine Salbe, welche nicht nur wie die vorige heilet, sondern auch ungemein kühlet und die Entzündung vertreibet Sie ist auch darum von gedoppeltem Nutzen, weil dadurch nicht nur die Warze der Brust von Verwundung und Hitze befreyet, sondern auch die Schärfe und Hitze im Munde des Kindes, der Vasch genant, (welcher sich durch eine weisse Haut, oder abgesonderte Theilchen derselben, die sich auf der Zunge und im ganzen Munde zeigen, verräth,) eben durch das Absaugen der Salbe gedämpfet, mithin die Ursache der Entzündung der Warze zugleich mit gehoben wird. Es ist gut, wenn der Gebrauch jener ersteren und dieser Salbe verbunden und damit ab-
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