4-o Gresslsche wöchentü'ch-tterneünn'-ntze Anzcrgctt

§kich bewegt, seinen Bekannten, mit Gefahr feiner Gesundheit, fn chi Hurenhaus zu begleiten, und mit Gefahr seines Vermögens seiner Frau ein kostbares Equipage anzuschaffen. Personen von dieser Gemüchsart haben selten mehr Gütigkeit, als Muth und Tapferkeit; und begehen oft überlegte Grausamkeiten.

In dem wahren guten Herzen ist weder die Bitterkeit der Galle » noch die Fülle der Bosheit; es ist weder lärmend noch mürrisch , weder ruhig, wenn es beleidigt wird, noch auch ungedulkig nach Rache; es ist eine zärtliche Empfindlichkeit, eine Theilnehmung an den Qualen und Vergnügungen anderer; und ist deswegen ein mächtiger und beständiger Antrieb, diej Glückseligkeit mikzukhellen, und das Elend zu erleich­tern. .

Da die menschliche Natur, es sev nun weher es will, in dem Zustand einer grosen Unvollkommenheit sich befindet, so ist es gewis sehr zu wün­schen, daß eine Person, welcher zu gefallen, wir für unser größtes Glück halten, nicht mehr auf diese Unvollkommenheit sehen möchte, als wir selbst darauf sehen. '

Man könnte mir vielleicht sagen, daßein Mann von Verstände,, niemalsschlecht mit seiner Frau umgehn kann-,, Der letzte Theil dieses Satzes ist eine Redensart von sehr ausgedähnter und mancherlen Be­deutung. Ob ein Mann von Verstände mit seiner Frau,, schlecht mm gehn kann,, will ich nicht untersuchen; aber ich will mich bemühen, m -eigen, daß er sie äusserst unglücklich machen kann. Da Leute von feinem, durchdringenden Verstände, und groser Feinheit der-Empfindung noch- lvendiger Weise häufiger und mehr, als andre, müssen beleidigt werden- so können sie auch, zur Strafe für diese Beleidigungen, mit ausgesuchterer Qual belegen, denn sie können mit spitzigem Vorwürfen verwunden llrh derjenige, den sem xirvcs Herz nicht abhalt, daß er nicht den Vc^rust den erfühlt, mit gleichem Verdrusse vergilt, wird allezeit jede Belcidi- '# gung, sie sey nun freywrllrg geschehen, oder nicht, ausdiese Art bestrafen

Wenn diese Strafe mit Stillschweigen , Verwirrung und Tbränm ertragen wird, so ist es möglich, daß es der Tyrann bereuen kann lein diese Reue komk, gleich dm Gewissensbissen eines Mörders m'sväte- die Furcht in d,e nemliche Angst bey einem gleichen Fehler zu aerarben wird an die Stelle des Lächeliis der Heiterkeit, dieses Sonnenscheins tar Sebert, die Dunkelheit des Zweifels, die Bekümmern,ß, und d e AstSsi setzen- Hy Beleidigung mch demohngeqchtet, noch einmal wieder- ' -- holet