Ausgabe 
12.4.1768
 
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will, wie die ihrige; die nicht nur einer FinanzrathS Tochter Hünd ist/son­dern auch einige tausend Ducaten in sich enthalt. Ihre Liebhaber werden endlich daß ichS kurz sage, durch ihren hohen Geist abgeschreckt; ihre Schön­heit verliert sich allmählich; ihr Vater stirbt, der König findet es gewisser Ursachen halben gut, dessen Vermögen zu confisciren; die Anverwandten schämen sich nun des verstorbenen und seiner stolzen Tochter; Donna Prezrosa stürzt auf einmal von ihrer Höhe herab; ist von jedermann ver­lassen, und gerath in die äusserste Armuth. Ihr Wirth, ein Schuster, bey welchem sie nun schon vier Jahre wohnt, und den sie nicht bezahlen konnte, hat sich über sie erbarmet, und sie geheyrathet, um sich einigcr- masen schadlos zu halten. Nachdem sie so viele vornehme Personen auS Uebermuth abgewiesen hat, so muß sie itzt eines Schusters Hand anneh- men, eme Hand, die ihr neumodisches Kopfzeug (die einzige Reliquie ih­rer ehemaligen Hoheit) bey den Umarmungen sehr besudeln wird; und die ihr gleich drauf die Souverainetät merklich wird fühlen lassen. Gestern hielte sie mit ihrem Ritter Hochzeit. Ihr hättet die Rolle sehen sollen, welche Donna Preziosa dabey gespielt hat; mit welchen poßierlichen Wendungen sie tanzte, halb wie die Tochter eines königlichen Finanz­raths, und halb wie die unterthänige Sclavin vom Meister Lorenz r und wie zweydeutig sie ihren Bräutigam umarmte! Heute hat er ihr schon gezeigt, daß der Mann Herr seiner Frau ist, da sie nicht einwiüigen woll­te, den Schlender abzulegen, der sich nicht in seine Werkstätte schickt; er lies sie seinen Riemen fühlen, und sperrte so gar die Nacht seine Prinzes. (in auü. Und hier seht ihr sie eben itzt pochen und weinen , weil ihr der Scbuster nicht aufmachen will; so wie sie sonst ihre Liebhaber von Stande un­gerührt und ohne Trost vor ihrem Fenster hatte seufzen und verzweifeln lassen.

Was sehe ich dort für einen hitzigen Streit zwischen zwey Manns­personen, die sich beynahe in die Haaren fielen, wenn die Frau , welche zwischen sie trat, nicht abwehrte. Das Frauenzimmer und die eine Manns­person sind im Neglische - Ist der eine etwa ein Dieb, der eingebrochen ist? - Nichts weniger sagte Äsmod. Den ihr angezogen seht, ist Cor- nuro und der andere im Hemde ist Gylvro des Cornrreo Nebenbuhler, dem er diese Nacht sagen wird, daß er nicht mehr zu seiner Frau kommen möchte. - Aber für einen Spanier ist doch Cornueo also noch sehr ge­linde, fieng ich an - Ihr sollt gleich die ganze Sache hören , sagte der Teufel. Cornueo wußte lange, daß Sylvro der Liebhaber seiner Frau, und der rechtmasige Vater seiner Kinder war. Mein Srlvro lies, die t P * Kin-