Ausgabe 
11.10.1768
 
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Man muß nicht glauben, daß die Cur vermittelst der Kräuterfäste MU, und erst seit einigen Jahren eingeführt fty. Ich hoffe, daß man mir dieses auf mein Wort schon glauben, und mich der Mühe üdechcben wer­de, emige Dutzend Stellen aus dem -Hippocrates, DioscorideS, Galen, und andern Vätern der Arzeneygelchrtheit anzuführen. Dre Alten bedien­ten sich ßeißiger dieses Mittels wie wir, weil die Anzahl der Arzencymittel geringer, das Pflanzenreich ihnen aber am bekanntesten war, und weil ßfr angenehmere Mischungen der Arzeneyen zu machen nicht verstunden. Ist es nicht merkwürdig, wenn neuere Aerzte ihre Kranken glauben machen wollen, daß die Krauterfaftkureine neue und von ihnen zuerst bekannt gemachte Cur seye? Wir gebrauchen die Krautersäfte blos als eine Frühlmgskur, selten in ernsthaften Krankheiten, die eine schleunigere Hülfe erfodern, ob wir uns gleich von dieser Art Mittel, welche alles würksamederjPflanze enthalt, mehr versprechen können, als von den Essenzen und Extratten, welche durch die Zubereitung nicht selten das Beste verlohren haben.

Es würde mir schwer werden, meinen Lesern alle die Krankheiten zu nennen, in welcher man sich der Kräutcrsaftökur mit Nutzen bedienenkönn­te. Es ist dieses fast unmöglich, da nach der Mannichfaltigkeit der Ursa­chen, welche einerley Krankheit hervorbringen können, verschiedene Arzeney- mittel erfordert werden, sowie es auch eben so wenig thuulich ist, die Würkungender Kräutersäfte allgemein zu bestimmen, weil die Anzahl der Kräuter, die zu dieser Cur gebraucht werden können, groß; die Beschaf­fenheit des Körpers und die Krankheiten selbst verschieden sind. Ich muß mich dahero nur blos aufdiejenigen einschränken, die vorzüglich zu der Früh* lingskur gebraucht werden, und diese sind: Wasser.und Gartenkresse (na- ihiriium aquaticum und hortenfe) Löffelkraut (cocblsaria danica) «Sinh* kauften (cichorium ) Löwenzahn (taraxacum ) Fieberklee (trifolium fibri- num) Schafgarbe (miiiefoiium) Wermuth, Gundermann (h:- dera terretiris) Ehrenpreis, Gänseblümchen (bellis minor) Sauer­ampfer u. s. w. Fast alle diese Pflanzen haben mehr oder weniger die Kraft, Verstopfungen in den Eingeweiden zu heben, den Schleim in dem Magen «nd Gedärmen aufzulösen, diesen Theilen ihre verlohrne Spannkraft wie­der zu geben, die Galle sowol als die übrigen Verdauungssäfte und Lym­phe zu verbessern und werden dahero in Beschwerlichkeiten, die von übler Verdauung, Verstopfung der Eingeweide, als der Leber und Drüsen des Unterleibes, hypochondrischen und hämorrhoidalischen Zufällen herrühren, Wp Yg, wo sich schärft SW durch mm Ausschlag der Haut ohne ein

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