Ausgabe 
10.5.1768
 
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im& Nnchrichtett. fff

daß sie sich weder aus den Drohungen ndch aus ReWons-Gebräuchen etwas im geringsten nur machten. Uebrigens sage er Vas nicht deswegen, weil er es nichts gerne thäte, was man von ihm verlangte, sondern damit Jhro Majestät ihm verzechen möchten, falls ihm feine Sache nicht gelin- gen würde. Der König der diese Reden angehört hatte, schien- sehr be­unruhigt zu seyn, und sein Zorn war sogrvs, daß sr^dem Mattel droh­te, er wollte ihn hangen lassen, wenn er nicht den Teufel aus dem Leibe derPrinzeßin jagte, und übrigens wäre es eben so leicht zu Paris Wunder zu thun, als zu Florenz und Neapel. Diese Worte verursachten eine selt­same Bewegung in dem Hans Matteo; denn er glaubte nicht, daß es ein Vergnügen wäre, zu Paris gehangen zu werden, und sähe doch auch wohl ein, daß gar nichts zweydeutiges in den Reden des Königs war.

Der Beschluß folgt künftig.

Akademische Neuigkeft.

Am 16. April wurde der höchste Geburtstag unsers durchlauchtig- I sten Fürsten und Herrn von der hiesigen Academie der Wissenschaften öf­fentlich gefeyert.

Morgends um r o.Uhrversammleten sich sämtliche Mitglieder in derCon- sistorial * Stube des Collegien * Gebäudes. Der Herr Vice - Canzler Äortbolt eröfnete der Versammlmg im Anfänge in einer vortreflichen lateinischen Rede den Endzweck der heutigen feyerlichen Zusammenkunft und führte zugleich, um die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer noch mehr zu erhöhen, den überaus rührenden Umstand dabey an, daß heute der Tag eines Fürsten gefeyert würde, der unter allen Fürsten , die gegenwärtig Deutschland beherrschen, der älteste wäre. Im Fortgänge dieser Rede er­zählten Seine Magnificenz eine kurze Lebensgeschichte unsers durchlauch­tigsten Herrn Landgrafen, worin Sie unter andern die richtige Anmer­kung machten, daß die Liebe zu den Künsten und Wissenschaften unter die eignen und angebohrnen Tugenden der Landgrafen von Hessen-Darm­stadt gerechnet werden müßte. Diese schöne Rede endigte sich mit dm treuesten Wünschen, daß es dem Allmächtigen gefallen möchte, das Leben unsers besten Fürsten, das so voll von Ruhm und Gnade ist, noch sehr weit zu verlängern und diesen freudenvollen Tag, der jedem Patrioten so

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