und Nachrichten. xft
Besessenheit sey, und daß sie wirklich den Teuftl im Leihe habe, Einbildung, Krankheit, oder sonsten etwas von der Art sprach HvLa- teinisch besser als die Bücher, disputirte aus der Philosophie, rryd entdeck- te die Sünden vieler gegenwärtigen Personen, die sehr darüber erstaunten/ und nicht gedacht hatten, daß sich der Teufel in so viele Sachen einmischs te. Es war unter andern auch ein Mönch da, welchem RoderÄ einen sehr schlechten Dienst erzeigte. Denn er ließ allen , die-e's nur Höfen wtzll- ten, wissen, daß er schon seit vier Jahren em junges Mdgenin seiner Zelle hielte, die er die Novitiats-Tracht hatte annehmen lassen.. Urtheilet darnach, ob man nun langer an der Besessenheit zweifelte. Indessen war Herr von Amedi wegen dem Unglück seiner Tochter äusserst betrübt ; und da er alle Mittel, welche die Religion und dieArzneykunstdarhieten, w* geblich angewandt hatte, so war er eben in der grösten Anzweiflung, als Harrs Matteo ihn aufzusuchen kam, und ihm versprach, seine. Tochter m befreyen vermittelst 500. Gulden, mit welchen er sich ein Landgut: hey peretola kaufen wollte. Matteo war wirklich ein sehr guter Mann- und würde das Wunderwerk unentgeltlich und aus Galanterie verrichte) haben, aber er hatte itzt Geld nöthig. Herr Amedi nahm den Vorschlag an. Hans Matteo ließ nun gewisse Messen lesen, und ich weiß nicht waS für Ceremonien machen, damit die Sache mit mehr Umständen vor- gehn sollte; und hernach näherte er sich dem Ohre dieser Demoiselle, und sprach: Roderich / ich bin hierher dich zu suchen gekommen , damit du nun dein Wort halten möchtest, das du mir gegeben hast. Ich bin wohl damit zufrieden , antwortete Roderich/ allein ich will noch grosmüthi- ger mit dir handeln. Wisse dann, daß ich dir mehr als einmal Gutes thun will; denn die Gelegenheit, die dich gegenwärtig herbeyführti, ist nicht fähig, dich zu bereichern , und dich nach deinem Wunsche zu befriedigen. Deswegen werde ich, so bald ich diesen Ort verlassen habe, in die Tochter Carls, Königs von Neapel fahren, und laß dir nicht leid seyn, daß- jch jemals herauSgehe, wenn du nicht kömmst und mich bittest. Alsdann wirst du auf einmal ein Mann von Wichtigkeit werden und dich in lauter Seyde kleiden, allein hernach komme mir ja nicht mehr, und laß mich mit Frieden. So bald er dieses gesagt hatte, so verließ er. den Körper dieser Jungfer zur Freude und zum Erstaunen der ganzen Stadt. UebrigenS ermangelte Belfegor nicht, das alles zu thun, was er dem Matteo zuge- fagt hatte. Denn kurz nach dieser Zeit breitete sich durch ganz Italien, da- Gerücht aus, daß die Tochter Carls, Königs in Neapeh besessen wäre-
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