Ausgabe 
7.6.1768
 
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bracht, oder die Fasern sehr erschlaffet, wodurch hernach die Puchtsgker- ten in die Seitengefäße dringen, und sich an Orten absondern, wo sie gar nicht hingehören. In diesen Unordnungen des Umlaufs und der Absonde­rungen unserer Säfte liegt sodann der Grund zur Cachexie, Geschwulst, Wassersucht, Gicht, Lähmung re. ES giebt Personen, welche Versto­pfungen der Lunge haben, zur güldenen Ader, zur Schwind-und Lungen­sucht geneigt' sind, und dielen Leuten ist der Kaffe allemal gefährlich. Wer gichtisch ist, vermehrt dadurch seine Gliederschmerzen. Andre trock­nen dadurch sehr aus, weil der Kaffe wegen seines harntreibenden Salzes denselben zu häufig abführet, und dadurch den Grund zur Dürrsucht leget, weswegen ihn magere Personen am meisten fliehen müssen. Die Gelehr­ten , deren Verdauungswerkzeuge nur selten in gutem Stande sind , und alle diejenigen, welche durch milzsüchtige Anfälle beunruhiget werden, kön­nen jede gefeyerte Raffe-Stunde sicher für eben so viel einzelne Abkütt zungen ihres Lebenszieles ansehen. Sollte man daher nicht vermuthen, daß der Wunsch allgemein seyn müsse, ein nützlicheres Getränke an die Stelle dieses verderblichen Trankes setzen zu können?

Der Rockentrank hat alle Eigenschaften, die man von einem war­men Getränke, wenn dergleichen doch genossen werden muß, fordern und «rwatten kann. Er ist schmackhaft, gesund und wohlfeil. Der Magen ist besser damit zufrieden, weil er mehr an den Rocken gewöhnt ist, und man kann aus keiner Erfahrung beweisen, daß es jemals auch nur das kleinste von angeführten Nebeln verursachet hätte. Daß er hingegen schwächlichen, schwindsüchtigen, zur güldnen Ader geneigten, gichtischen, milzsüchtigen, mit dem einseitigen Kopfschmerz und Herzklopfen gequälten Personen eine wirkliche Arzency sey, davon könnten wir viel neue Beyspieie anführen. Anstatt daß der Kaffe die Mischung der Säfte verdirbt und ihre Bewe­gungen in Unordnung bringt, verbessert sie der Rocken bürd) seine mehlichte Substanz, und bietet den Aerzte« den Vortheil an, sogar das Geschrey der meisten Kranken um die gefährliche Erlaubniß , ein Täßchen Kaffe zu trinken, durch die unschädliche Bewilligung des Rockentrankes zu stillen. Ich habe in Magenkrankheiten, in schleichenden Fiebern und andern lang­weiligen Uebeln, den Kranken, die ohne Kaffe ihr Leben nicht mehr zu ach. ten schienen, den Rockentrank nach meiner Zubereitung erlaubet. Anstatt in der Cur dadurch die mindeste Verzögern^ zu spüren, habe ich vielmehr bemerkt, daß diese Nachsicht allemal zum Vortheil der Kranken, und we­gen deS annehmlichen Geschmackes zugleich zu ihrer völligen Beruhigung 2 r x tzentr.