Ausgabe 
7.6.1768
 
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wu Messische wörhentlrcd- gemeittttütztge Anzeigen

Nicht über m biS zoIahr, daß der vechMiche Misbrauch desselben nach vnd nach recht eingewurzett hat. Seit dem es zu einer Art des Zeitver­treibes geworden, ganze Nschhrittage damit zu verderben, um sein Leben durch ein Modegetränke zu verkürzen, welches sonst noch zu einem Maß­stab deö Ranges diente, zahlt man,die Hausvater unter die grüßten Eel- tenheitm, denen das Glück aufbehältcn ist, die Thränen eines Enkels vor ißrcm Sterbebette fließen zu sehen.

Wir halten es für eine glückliche Vorbedeutung, daß wir itzt ost von einem einheimischen Getränke reden hören, welches die Stelle des gemis- handelten Kaffe aufs vortheilhasteste ersetzen kann. Vielleicht sind wir dem glücklichen Zeitpunkte nahe^in welchem man sich bequemen wird, den vor­nehme Geschmack in einen gesunden zu verwandeln, und anstatt des eben so ungesunden als kostbaren Kaffe ein gesundes und wohlfeiles Getränke zu genießen. Ein jeder, der auf sich selbst acht hat und aufrichtig genug ist, die Wahrheit zu sagens wird gestehen müssen, daß er sich nach dem häufi­gen Gebrauch des Kaffe übel befunden. Die unachtsamen Verehrer Dieses türkischen Getränkes werden oft von einer Angst befallen , sie blähen sich auf, werden von Winden geplagt, und werden kaum durch das Ausstö­ßen oder durch andern Abgang derselben erleichtert. Ist dies nicht schon Anzeige genug, daß die Verdauungskräfte leiden, und unverdaute ro­he TheUe inS Blut gebracht werdeir, welche diö erschlafften Mündungen Durchlässen, ehe sie gehörig zubettitet sind? v

Der gebrannte Kaffe hat viel schwefelichte, salzige, geistige und flüch- tige Theile. Durch Hülfe derselben erregt er die Lebensgeister zu sehr, macht Schlaflosigkeit und Zittern, besonders bey denen, welche ihn, um sich ein recht vornehmes Ansehen zu geben, sehr stark zu trinken gewohnt sind Von dieser Seite betrachtet, hat der Kaffe eben die Eigenschaften und verursachet eben den Schaden, welchen geistige Getränke nach sich m riehen pflegen. Die Folgen des Misbrauchs hitziger Getränke sind Blut­flusse, Schwindsucht, Wassersucht , Lähmung, Gicht u. s. w. Eben diese Uebel sind auch oft eine Wirkung des allzuhäuflgen Genusses des Kaffe. Indem er viel ölichte Theile und Hitze ms Blut bringet, verur­sachet er eme beständige Vollblütigkeit (klemoram ad vafa); dadurch Werden die Seitenwände der Blutgefäße zu sehr ausgedehnet, und beson­ders an den Orten, wo der geringste Widerstand ist, als in der Lunge und im Gehirn, die Blutgefäße entweder zerrissen, und Blutflüffe , gül­dene Ader, Blutspeien, Schwindsucht, Schtagflüffe u. s. w. zuwege ge­brächt,