Ausgabe 
6.12.1768
 
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t und Nnchrichkött. Z9Z

Mtt haben / und wogegen unter-andern nur kürzlich der chmfürstl. baye­rische geheime Rath und erste Leibarzt, Herr von Wolters, in einer akade­mischen Rede zu München öffentlich geeifert hat, wird folgende Warnung aus des berühmten Herrn Zimmermanns Erfahrungen m der Arzeney- kunst/ Th. 1. S. 2.64. u. ff. anstatt so vieler durch die JntE Blatter empfohlenen Arzneyen hülfserböthiger Aerzte, einen Platz verdienen und we­nigstens nicht, wie diese, einigen Misbrauchen unterworfen-sehn können. .

Ich weis sehr wohl, daß der Brey viele Millionen Kinder nähret, aber er hat auch schon viele hundert tausend Kinder getödtet. Die hirüber herrschenden Vorurtheile sind allbereit indem z?ten Cap^ dieses Buchs an­gegriffen. Woher kommen die Verstopfungen, das Brechen , das bestän­dige Bauchgrimmen, die Durchfälle, der schleimichtt / tzraüe, orangen- färbige, grüne und schwarze Abgang, das Aufschwellen des Bauchs, die vielen prasselnden Winde, das Herzgespann, die unter meinen Augen die Kinder sehr plötzlich fast erdrosselnde Halsstarre, und alle Gattungen kon­vulsivischer Anfälle, welche alle Aerzte in allen Ländern sehen, beschreiben, und bejammern? Woher kömmt es, daß in London unter fünf und zwan­zigtausend Todten itzt jährlich acht tausend Kinder sich befinden, die anCon- vulsionen sterben? Kömmt eS nicht hauptsächlich von der überflüßig'en Nah­rung her, mit welcher man den Magen und die Darme der Kinder gleich­sam verkittet? Aber viel leichter wäre es, die Alpen zu versetzen, als em hirnloses Weib von den Nachtheilen des Vreyes zu überführen. Ich habe alle diese Uebel, theils einzeln, theils mit einander verbunden , aus dieser.- Quelle stressen gesehen und mehrentheilS geholfen , wenn die Eltern Geist und Herz genug hatten, des lermenden Pöbels ohngeachtet, die Lebensart ihrer dem Tode entgegenstürzenden Kinder zu ändern, und ihnen an statt Brey, aus Gersten oder gebrochenem Hafer abgekochte Brühen mit ein wenig frischer Butter, auch zuweilen, der Säure zu widerstehen, ein we­nig Fleischbrühe, und endlich Milch mit geriebenem Vrodö-zu geben. Wenn ' dieses nicht geschieht, so sterben schwache Kinder an convulsischen Krankhei­ten , oder sie verfallen in eine Dörrsucht, oder nach und nach in die in der Schweiz und fast in allen Ländern von Europa gemeine sogenannte engli­sche Krankheit. Die englische Krankheit, das Auswachsen oder Vie Ver­knüpfung der Kinder, ist diejenige Krankheit, in welcher sie, ohngeachtet ih­res vielem Essens, mager werden, einen harten und aufgedunsenen Bauch ! und anfangs kleine Knöpfe an den Gliedern haben, bis sie nach und nach gekrümmt endlich das Gehen verlernen, am ganzen Leibe abnehmen, dain- hrm: C( c - dessen