Ausgabe 
6.12.1768
 
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Z-r MeMsihe wIchemlich 4 gemeinnützige Anzeigen denen er gefallen will, zu richten, und ganz wie sie zu denken , so sehe er beständig in der grösten Aufmerksamkeit und Behutsamkeit ftpn muß , um nichts zu versehen / und alles genau zu bemerken, so sieht man ihmdochdie-- sen Zwang sehr wenig an. Alles scheint ihm durch die starke Uebung, wo­rin er seit langer Zeit ist, natürlich zu seyn, und man muß sehr genau auf ihn acht haben, um ihn so kennen zu lernen , wie ich ihn kenne.

Sie sehen also, daß Lucil gute und böse Eigenschaften m seinem Charakter hat. Ich habe so bald ich ihn ganz kannte, den Vorsaz ge­faßt, sein gutes nachzuahmen, und das schlechte an ihm zu vermeiden. Und dieß ist vielleicht der rechte Gebrauch, den man von der Kenntniß der Men­schen machen muß; denn oft haben die großen Bösewichter noch gewisse ar­tige oder gar liebenswürdige und reihende Eigenschaften an sich , die man eben so nachzuahmen, als ihre Laster zu fliehen suchen muß. Das geschmei­dige in Lucils Umgang, die gute Art ,mit der er jedermann begegnet ist, wenn er einem gefallen wollte, die Bequemung nach der Denkungsart de­rer, die ihm Vortheil verschaffen konnten, sind unstreitig alles lobens­würdige Eigenschaften , die' ich überaus billige; ob ich gleich seine eben so groftn Stolz gegen Leute, die ihm nichts helfen konnten, gleich stark tadle und verwerfe. Uebrigens, da es so viele politische Lucüe giebt, die sich vielleicht selbst Glückwünschen, daß sie eine so vortrefliche Lebensart er­wählt haben, wodurch sie glauben, sich wegen aller Gefahr in Ansehung ih­res zeitlichen Glücks in Sicherheit gesetzt zu haben, so weiß ich denn doch nicht, ob sie so viel dabey gewinnen. Sie mögen wohl, polnisch betrach­tet, den besten Weg erwählt haben, allein auf einer andern Seite verlie­ren sie doch wieder viel. Wenn sie denn auch den Endzweck erreicht haben, daß sie bey ihren Gönnern in Gnade stehn; ist denn dieß Glück wohl des beständi­gen Zwangs wehrt, den sie sich anthun müssen, um sich selbst zu verlaug- uen, ost chre guten Talente zu verbergen, viele Vergnügungen dessLebens entweder gar nicht oder doch nur halb zu geniessen, und keine vertraute Freundschaft mit irgendjemanden zu halten, welches bey mir eben so viel heißt, als sein gröstes Glück auf dieser Welt zu verschätzen, und für sich selbst recht unpolitisch zu handeln, re ' . Ich bin rc.

Von den schädlichem Wirkungen des rrnverdaueten Breies bey Rindern.

Ans dem Leipziger Intelligenz-Blatt No. fr.

Gegm e«r BomrcheH, roitw welches sich ple erfahrensten Aerzw er.

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