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Mn will hiermit gar nicht anrachen, 'die Kinder ganz tmb gar mchts von den Lehren der Religion auswendig lernen zu lassen; wir glauben vielmehr, daß das auswendig kernen der Kinder besonders in diesem Falle seinen ungemein groftn Nutzen hat, wenn es mit Klugheit angestellt Hird. Was man in der ersten Jugend lernt, das behalt sich ewig, wenn Wan sich anders nicht Mühegiebt, es zu vergessen. Das Kind wird an den Sachen, die es, so wie sichs gehöret, mit Verstandst und guter Wahl gelernt hat, einen beständigen Schatz bis in sein Alter mit sich tragen, eS wird ihm ein beständiges Lob Gottes, ein Vertrauen auf die Vorsehung desselben, ein Trost im Unglück, und eine erhabenere Empfindung im Glücke seyn. Allein diese Vortheile kann man sich nicht von der gemeinen Art,, das Gedachtniß der Kinder zu beschäftigen, versprechen. Die Kinder können und sollen auswendig lernen, und der Lehrer hat es zu verantworten, wenn er es nicht zum wahren Nutzen derselben thut, sondern nur um sie zu martern, oder die Zeit mit ihnen zu verderben.
Das erste was also dabey erfordert wird, ist dieses: die Kinder müssen erst den völligen Verstand und Einsicht von allem Haden, was sie auswendig lernen sollen. -Ohne dieses hilft sie ihre ganze Mühe nichts. Auch wird alles unendlich schwerer zu lernen, was man nicht versieht, da eine Sache, die man sich vorher im Verstände deutlich vorgestellt und gefaßt hat, schon halb im Gedächtnisse ist. Man muß jederzeit den Kindern eine deutliche und nach ihren Fähigkeiten eingerichtete Vorstellung und einen bellen Begrif von allem, ehe sie & auswendig lernen , zu machen suchen. Weil man sich aber oft betrügen und glauben kann, daß sie alles deutlich einsähen, weil sie es mit so vieler Fertigkeit hersagen, da es doch manchmal nicht ist; so müssen die Lehrer durch vernünftiges Fragen, das nicht nach den gewöhnlichen Formeln eingerichtet ist, und worauf die Kinder mitveränderten Ausdrücken antworten müssen, die Sache erfahren, ob sie alles begriffen oder leere Worte gekernt haben. Da aber manchen das Auswendiglernen schwer wird, so muß man auch bey diesen nicht so sehr darauf dringen, und zufrieden seyn, wenn sie nur alles dem Verstände nach inne haben, und sie nur die wichtigsten Sachen lernen kaffen; am allerwenigsten muß man darauf bestehen, daß sie alles in den nemlichen Worten mit einer ängstlichen Genauigkeit wiederyersagen sollen. Hernach muß man bey allem, was sie lernen sollen, eine gute Waht beobachten, welche so beschaffen seyn muß, daß sie niemals etwas auswendig lernen müssen, welch^ ste jemals in. ihrem männlichen Alter wünschen sollten, nicht gelernt zu
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