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XI» Gl'eUscht rvrchenrlich-,Nma'MLtzlg« Anzeigen
griffe von G-Ott und unserm Erlöser in ihrer^ wahren und würdige» Ge» stalt einzudrücken, und dadureh schon in der ersien fugend fein^Herz zur Gottesfurcht und Frömmigkeit zu bilden; und doch wirb dieser Punkt oft versäumt, oder, wenn das nicht geschieht, so wird es doch meistens nicht Wit gehörter Klugheit in diesem Stücke angefangen. Geht man aber hie» nnne nicht mit Verstand zu Merke, i'v werden unsre guten Absichten, die wrr dabey haben, so wenig erreicht, daß uns vielmehr die Erfahrung oft das Gegentherl gezeiget hat. 1
• , Einer der gemeinsten Fehler bei) dem Unterrichte in der Religion ist tiefer, daß man nur dem Gedächtnisse der Kinder di« Lehren derselben ein» jupragen sucht; und wenn man hierinne seinen Endzweck erreicht hak, so glauben wir alles gelhan zu haben, was zur Bildung der Gottessurchk tey emem Kinde nur erfordert werden kann, und Kinder , die ein glückst» »es Gedachtmß besitzen, und also vieles auswendig lernen, sind alsdann ,n den Augen vieler Lehrer und Eltern die frömmsten Kinder, da es gemei» Niglrch eben dieselben am wenigsten sind. Man geht gewöhnlich nicht weiter, weil man nichts mehr in der Sache übrig gelaffm zu haben glaubt. Allem wie tramig ist dieses Verfahren » Viele Kinder haben kein so glückliches Gedachkniß, diese wird man also so martern, daß sie vor der ganzen Sache einen Eckel bekommen werden; man wird die Zeit, die man so vortrestich zu ihrem weit grösern und wefenklichern Vor» theile hakte anwenben können, diese edle Zeit wird man damit verderben, A man sie Dmge auswendig lernen läßt,.die sich desto schwerer mitdem Gedächtnisse fassen lassende weniger, sie gemeiniglich von den armen Kin- dern verstanden werden. Andre hingegen, die ein gutes Gedächtnis haben, werden zwar vieles in kurzer Zeit begreifen, aber sich auch um weiter nichts bekümmern, weil man nichts mehrvon ihnen verlange; unb dieses ist ihnen eben si> schädlich, als gar nichts zu wissen. Solche Kinder können alle Lehrendes Ehr,stmthnms, mit) den ganzen Catechismus im Gedächtnisse haben, ohne dadurch besser geworden zu seyn, als andre, ohne Liebe gegen die R-ligivn, und Ehrfurcht gegen GOtt aus dieser Kenntniß zu erlangen; und zwar deswegen, weil sie eine Menge Wörter und Svrsiche mn« haben, und hersagen, beh denen sie sich nichts gedenken, und die sie mchk gehörig emfehen Der ganze Fehler liegt also darinne, das man die Kini er die kehren des Christenkhums nur anerrendia lernen läßt, ebne )fcnen den Verstand derselben deuriich Z» zeigen.


