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haben, wovon ich noch unten etwas sagen werde. Endlich müssen die Kinder alles mit dem rechten Ton hersagen, der allezeit ein Kennzeichen ist, ob man die Sache recht versteht; da man durch einen verlegten Ton den Worten einen ganz andern Verstand geben kann. Dieses trift gar oft bey biblischen Sprüchen ein, die wir in unserer Jugend mit einem verkehr« ten Ton gelernt, und also auch immer unrecht verstanden, und uns diese* falschen Sinn, so oft wir uni an die Worte wieder errinnert, stets vor» gestellt haben, daß ei uns nach diesem, da wir unfern Fehler einsehen lernen, schwer wird, sich zu überreden, daß die Sache einen andern Verstand habe, so wie es uns schwer wird, Vorurtheile abzulegen, wenn wir gleich von unserm Irrthume überzeugt sind. Man muß also die Kinder immer den Nachdruck auf das Wort legen lassen , wo er hingehürt, und nicht mit jeder verkehrten Aussprache zustieden seyn, wie ei gemeiniglich geschieht. Wenn sie vorher den Verstand der Sachen recht gefaßt haben, so werden sie schwerlich den Ton falsch legen, und wenn man sie dieselben recht aus« sprechen lehrt, so werden sie allezeit den wahren Sinn behalten. Wenn man nun den Kindern die kehren und Wahrheiten der Religion mit geh», tiger Vorsicht dem Verstände und dem Gedächtnisse nach eingeprägt hat- so hat man deswegen noch nicht ale« gethan; da» wichtigste ist uns noch übrig. Wir müssen auch diese Kenntnisse in den Herzen der Kinder le« dendig machen. Sie müssen nicht glauben, daß sie nur die kehren bei Christenthum« hätten, um sie zu wissen, sondern man muß ihnen denwah. ten Endzweck derselben zeigen, und zwar auf eine solche Art zeigen, die den Kindern die faßlichste und angenehmste ist. Man muß in ihnen eine wirk, liehe liebe gegen @Ott und die Religion zu erwecken suchen; sie müssen die ftlbe als das Hauptwerck, al« die einzige Absicht de« menschlichen keben« ansehen lernen. An« diesem Grunde ist e« rathsam, daß man die Unter« Weisung im Christenthum nicht nur auf die Stunden in der Schule ein« schränkt, sondern bep aller schicklichen Gelegenheit ihnen die gegebenen Seh. ten wiederholt und erweitert, auf dem Spatziergang, oder sonsten, dadurch werden sie sich besser emOrüden, und die Kinder lernen die Religion und ihre Wahrheiten nicht al« eine Sache ansehen, dieman nur zurArbeit in den Schulen erlernt.
Ein andrer wichtiger Fehler im Unterrichte in der Religion ist dieser, daß die Begriffe und Vorstellung von ©Ott und dem Erlöser, die man den Kindern macht, nicht würdig und anständig genug sind. Man muß aß« -oilder von GL)tt, die ihnen einen ärgerlichen fSegrif erwecken köu«
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