Ausgabe 
3.5.1768
 
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*46 M«ssische «?che«tlich MmekmStztz« Anretzen

Dieses alles, wie ihr seht, zusammen genommen; war schon hinläng» lich genug, einen armen Teufel zu incoinodiren. Und doch wieder ei» neues Elend! ES ist keine Stadt in Italien, die zur CarnevalS Zeit, und auf St. Johannes mehr verschwendet, als Florenz; und eben Key dieser Gele­genheit wollte auch Honesta schlechterdings, daß ihr Roderich durch die Kostbarkeit der Gastereyen, derBälle, und anderer Lustbarkeiten, die wahrend dieser Tage etwas gewöhnliches sind, alle Personen von Stande über­treffen sollte.

Demungeachtet ertrug er dieses alles aus den nemlichen Gründen, di« ihn das übrige hatten ertragen lassen; und vielleicht hakten ihm alle diese Beschwerden, ob sie gleich äusserst »erdrüßlich und hart waren , noch er­träglich und süsse geschienen, wenn er nur für seine Gedult wenigstens Ru­he in seinem -Hause hätte haben, und den fatalen Zeirpunckt seines Ruins in Friede erwarten können. Allein Dom Roderich von Lastillo erfuhr ganz das Gegentheil; äusser den Unkosten, die man ihm verursacht hatte, t»g ihm die Hersch sucht seiner Frau tausend andre Verdrüßlichkeiten zu r denn endlich fanden sich keine Bediente, noch Arbeiksleuke mehr, die nur drey Tage hinter einander in seinem Dienste aushalten konnten. Dieses machte ihm ausserordentlichen Verdruß, indem et sähe, daß es ihm nicht möglich wäre, Leute, die sich seiner Sachen mit Eifer annahmen, in sei­nem Hause zu behalten. Freylich, wie konnten die Menschen da bleiben, da die Teufel selbst, Cie et mit sich gebracht hatte, lieber wieder in die Hölle zurückekehren, und sich die Fußsohlen wollten verbrennen lassen, al« aus dieser Welt unter der Herrschaft einer solchen unausstehlichen Frau leben?

Roderich/ der auf diese Art ein Leben voll Unruhe und Elend führte, ÜberdieftS alles, was ihm an Geld« übrig geblieben war, ausgegeben har­te, fieng nun an auf die Hofnung des Profits zu leben , den er durch die Schiffe zu machen gedachte, welche et in den Orient und Occident aus­geschickt. Weil er nun noch in der Stadt Credit hakte, und doch gerne fich immer noch in gutem Zustand erhalten wollke, so borgte er Geld von den- senigen, die eS zu verleyhen pflegen. Wie nun Leute von dieser Profeßion in ihren Angelegenheiten nicht leicht verschlafen, so bemerkten sie wohl, daß er sich eben nicht sehr bekümmerte, sie zur bestimmten Zeit zu bezahlen. Seine Börse war itzt depnahe ganz leer, und seine Umstände aufs äusserst« gebracht, als er auf einmal zwey so traurige Nachrichten erfuhr, als er sie nur erfahren konnte. Die erste war, daß einer von den Brüdern der ' '' 2 . V Honest»