und Nachricht^
an ihr i das ihn so erhitzte, daß ihm dergleichen noch niemalöbiWnet war So bald er sie traurig sähe, oder nur das geringste Mißvergnügen an ihr bemerkte: so verfluchte er gleich die Commißion die er auf sich genommen hatte; und schwur laut, daß er ein unglückseliges Leben führe« Ich darf hier nicht übergehn/ daß Honesta bey ihrer Heyrath Adel und Schönheit dem Roders mit brachte/ aber auch ihren gewöhnlichen Stolz und Herrschsucht nicht vergaß: zwey Eigenschaften/ die so merklich an ihr waren/ daß Roderich, der doch den Stolz des Lucifers'gut kannte , und ihn mefr als einmal erfahren hatte/ doch verstcherte, daß der Stolz seiner Frau deS Lucifers seinen noch weit überträfe. Diese Herrschsucht aber wurde noch weit gröser, als sie die brennende Liebe gewahr wurde, die ihr Mann zü ihr hatte.
Nun glaubte sie ihn unumschränkt beherrschen zu können, und ihn herumzuführen/ wie sichS gehörte/ und deswegen regierte sie über ihn alS souveraine Küniginn , sie verfuhr ohne Mitleiden und ohne Hochachtung gegen ihn; und wenn er ihr etwas versagte/ so ermangelte sie nicht, ihm zu zeigen, daß sie sich aufs Schimpfen und Schmähen eben so gut verstünde/ als andre Personen von ihrer Art. Urtheilet darnach von dem Leidwesen und den Trübsalendes Dom Roderich von Castillo! Die Betrachtug indessen über seinen Schwiegervater, über die Brüder seiner Frau, und deren Ar- much und über die Heiligkeit der Ehe;, vor allen andern aber die Liebe und die Zärtlichkeit / die er gegen seine Frau hatte, machten, daß er diese schlechte Begegnung gedultig ertrug. Ich will hier gar nichts von den ausserordentlichen Ausgaben reden/ die er zu prächtigen Kleidern verwenden muste, indem seine Frau / nach dem gewöhnlichen Geschmacke der Florentinischen Damen/ alle Wochen die Mode änderte; sondern noch eine andre Sache fiel ihm sehr beschwerlich ; er war nemkich gezwungen, wenn er Friede haben wollte, seinem Schwiegervater mit Gelde beyzustehn, damit er seine übrigen Töchter verheyrathen könnte; zu welchemBehuf er eine sehr beträchtliche Summe hergeben muste. Er mußte noch mehr thun, um das gute Verständniß zu erhalten, und wenn alles ruhig zugehn sollte; er mußte nemlich einen von seinen Schwagern mit einer grosen Menge wollner Zeuge in die Levante, und den andern mit seidnen Stoffen nach Frankreich und Spanien schicken, dem dritten mußte er auch aushelfen, indem er ihm so viel geben mußte, daß er eine Eoidschlagersbude zu Florenz errichten konnte,
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