Ausgabe 
3.5.1768
 
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«44 GieffWe wSchenüLch^semeittttStztze Steigen

ihm zu der Absicht/ die er hatte/ die bequemste schien/ nemkich mit seinem Gelds zu gewinnen/ und es auf-Jnteressen auszuleyhen. Er ließ sich Dom Roderich de Castillo nennen / mietete ein sehr schönes HauS in der Vorstadt (dgmsantt / und damit niemand wissen konnte/wer er war/so gab er vor er habe sehr jung Spanien verlassen/ und nachdem er nach Syrien gesegelt sey/ habe er sich zu Aleppo niedergelassen/ wo er alles das Vermögen/ das er belasse / erworben hatte/ nach einigem Aufenthalt in diesem Lande aber wäre er nach Italien gekommen/ in der Absicht/ sich in einem Lande zu verheyrathen, das viel gesitteter wäre / und mit seiner Neigung mehr ubereinkäme/ als andre. Uebrigens war Dom Roderich ein sehr schö­ner Mann; ungefähr/ wie es schien/ dreysig Jahre alt; und da er in kur­zem zu erkennen gegeben hatte/ was er für gross Reichthümer besitze; auch täglich durch seine Freygebigkeit zeigte/ daß er den Gebrauch derselben !gut verstünde; so fanden sich viele an Töchtern reichlich gesegnete, aber an Geld sehr arme Edelleute zu Florenz / die ihm zu verstehn gaben / daß sie ihn von Herzen gerne in ihre Familie einnehmen würden. Dom Roderich/ welcher die Wahl unter seinen Geliebten hatte, zog eine darunter allen übrigen vor; (es war aber auch ein sehr schönes Frauenzimmer) die Ge­schichte sagt/ daß sie Honesta hieß / und die Tochter des AmerrcoDo- narr war/ der ihrer noch drey andre zu verheyrathen hatte/ wie auch drey Söhne/ welche zwanzig bis fünf und zwanzig Jahr alt waren. Allein obgleich der Herr von Amerr'co aus einer der vornehmsten adelichen Fami­lien zu Florenz gewesen ist/ so kann man deswegen doch sagen/ daß er sehr arm war/weil er viele Kinder hatte/und daß sein Adel ihm sehr beschwer­lich fiel. Doch Dom Roderich half diesem allen ab; denn er nahm die Unkosten die seine Heyrath verursachten > allein auf sich / und es gieng da- bey so glänzend und prächtig zu / daß nichts vergessen war/ was man bey solchen Gelegenheiten nur wünschen kann. Unter andern Bedingungen/ die dem Herrn Belfegor vorgeschrieben wurden/ war/ wie wir schon ge­sagt/ auch diese/ daß er/ so bald er die Hölle verlassen hätte/ allen mensch­lichen Leidenschaften unterworfen feyn sollte. Sogleich fiengeralsoan/anden Ehrenbezeugungen und der Pracht der Welt Vergnügen zu finden; und so sehr er auch Teufel war / so bekam er doch einen Geschmack an dem Lobe und den Schmeicheleyen der Menschen; er fand/ daß dicß eine ganz artige Sache wäre/ aber was ihm so angenehm vorkam/ kostete ihn auch viel Geld- Nun kam noch mehr hinzu: denn er hatte die Honesta nicht W* als er ganz rchnd in Pt MM wurde; erfand, ich weiß nicht was