Ausgabe 
3.5.1768
 
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und Nachrr'chtM i4t

dssse Mittel nicht. Denn einige waren der Meynung, baß man nur Eins gewisse Person auf die Welt schicken sollte, andre glaubten, daß eS derer mehrere seyn müssen, und daß man die Wahrheit der Sache durch die Er­fahrung mehrerer Personen besser entdecken könnte r aber noch andre, welche strenger ssntirten, glaubten, daß man alle diese Umstande nicht nöthig hatte, sondern daß man nur zu einer Zeit eine gross Menge auf die Folter bringen dürfte, um durch die Heftigkeit der Schmerzen die Wahrheit her- auszubringen. Endlich fiel aber doch die Mehrheit der Stimmen dahin, daß man eine einzige Person wählen, und dieselbe auf die Welt schicken sollte; die ganze Gesellschaft trat dieser Meynung bey. Allein da sich nie­mand darbot, der eine solche Verrichtung freywillig auf sich genommen hatte, so wurde befohlen, daß das Loos diese Sache entscheiden sollte. So gleich zog man Zettel, und das Loos traf den Belfegor. Und hier kann man sagen, daß sich das Glück niemals mit dem Verdienste besser vereinigt hat. Denn Belfegor war in der That kein gemeiner Teufel, und wenn man weiß, daß ihn Pluto zum Feld-Marschal seiner Ar­meen gemacht, so wird man aufhören , an dieser Wahrheit zu zweifeln. Bcy allen dem hatte er gerne eine solche Verrichtung von sich abgelehntr aber der unumschränkte Befehl des Pluto zwang ihn zu gehorchen. Er nahm also die Bedingungen an, die ausdrücklich in dem Befehl bestirmyt waren; nemlich, daß man unverzüglich demjenigen, der die Reise nach der Welt unternehmen würde, hundert tausend Ducaten auszahlen, er selbst aber verbunden seyn sollte, nach Annehmung der menschlichen Gestalt eins Frau zu heyrathen, und wenn es sich thun liesse, zehn Jahre mit ihr zu leben; hernach sollte er sich stellen, als wenn er stürbe, und wieder in die Hölle zurückkehren, durch seine eigne Erfahrung bestättigen, was eigentlich das Glück und das Unglück der Heyrath seye, und der Gesellschaft voy allem einen getreuen Bericht abssatten. Ferner enthielt der Befehl, daß ex während dieser Zeit allen Beschwerden und Mühseligkeiten , denen nur die Menschen unterworfen sind, auch unterworfen seyn soll, ohne selbst das Gefäng­nis , die Krankheiten und die Armuth davon auszunehmen; wen er sich hingegea durch List und Geschicklichkeit heraus zu wickeln wüste, so solle ihm daö erlaubt seyn, und man wolle sich daran nicht ärgern. Belfegor nahm die Bedingung an, er empfieng die hundert tausend Ducaten, er kam auf Die Welt, unh nachdem er aus seinem Kriegsheer so viel an Pferden und Bedienten ge, nommen, als er nöthig hatte, so kam er mit einem sehr netten Equipage zg Florenz an. Er wählte diese Stadt vor allen andern deswegen/ weil sie

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