Ausgabe 
3.5.1768
 
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- vnd Nachrichten.

Honesta alles, waS ihm Roderich unter Händen gegeben hakt, iiuMür- stln verspielt hätte. Die zweyre war nicht mehr werth, al- die erste, M dem sie ihn davon unterrichtete, daß sein andrer Schwager auf dem 9$ücfc tpege nach Italien nebst allen seinen Waren umgekommen wäre.

Die Sache war kaum zu Florenz bekannt worden , al-- sich schort die Gläubiger des Rodnchs insgesamt versammelten. Sie glaubten, daß er unwiederbringlich verlohren wäre; weil sie sich aber, indem der Zah- lungs* * Termin noch nicht gekommen war, auf keine andre Akt herauslaffen konnten: so beschlossen sie alle, daß man ein wachsames Auge auf ihn Ha- Haben müßte, aus Furcht, er möchte sich heimlich fortschleichen, und sie hintergehn. Dom Roderich auf der andern Seite sähe wohl ein, daß sein Unglück nicht mehr abzuwenden wak, wußte auch wohl, wozu ihr da­höllische Gesetz verbände, deswegen fiel er darauf, ein Pferd zu nehmen, und ohne lange zu überlegen, sich davon zu machen, diesesgieng auch dests leichter von statten, weil er hart an dem Thor del Prato wohnte. So bald er nur abgereißt war, so breitete sich der Lerm unter seinen Gläubigem aus- Sie nahmen ihre Zuflucht zur Obrigkeit, und liefen ihn nicht nur durch CourierS und Gerichtsdiener verfolgen, sondern machten sich noch da­zu alle mit einander auf den Weg, um entweder eher Nachricht von ihryl einzuholen, oder weil sic vielleicht befürchteten, daß Leute von dieser Gat­tung , die in Italien nicht mehr werth sind, als andrer Orten, ihn um etliche Dukaten loß lassen möchten. Unterdessen hatte Dom Rode, n'cbr der nicht dumm war, und der es auch bey diesen Umständen nicht seyn durfte, wohl daran gedacht, was sich zuttagen könnte; nachdem er also im Galop eine halbe Merle ungefähr zurück gelegt hatte, so entschloß er sich, die Landstraße zu verlassen, welches er auch that. Allem in diesem Falle mußte er sein Pferd im Stiche lassen; denn da das Land von einer Men­ge Gräben durchschnitten war, so setzte ihn dieses in die Nothwendigkeit, sich zu Fuße aus dem Staube zu machen, welches ihm recht gut glückte. ' i Der Beschluß folgt nächstens. 7 ..

Avertißement.

- Ein junger Mensch, der eine gute Hand schreibt und einen lateinischen Terminum versteht, sucht bey einem Amtmann oder einer andern obrigkeit, lieben Person Dienste als Schreiber und verspricht überdiefeS ein halbes Jahr umsonst zu dienen. Wer seine Dienste verlangt, kann pch bey Ver­legern dieses melden.