1* Giessische wöchentlich«gemeinnützig« Anzeigen
Wälze« bezeiget, desiomehr werden die Zuschauer in der Mevmina bestärkt, daß die Würmer d°S Pferd krank machen/ Binnen einer Zeit von eia bis zwey Stunden nimmt öfters die Krankheit dergestalt überhand, daß das kurz vorher» gesunde Pferd in denen Dünnungen zusehen« auffchwillt.und längstens in der dritten Stunde erepirk. Di« bekannten Euren, welch» mit dergleichen Pferden, vielmals ohne Wirkung vorgenommen werden, sind folgende: Man schlitzt dergleichen Pferden die schon erkalteten Ohren auf, und sucht etwas Blut herauSzubringen; ingleichen wird der Kern, oder eigentlich der Gaum des Pferde« ausgestochen, um ebenfalls Blut herauSzulassen, der Schmidt öffnet den Feibel, nimmt so viel heraus, als «r mit der Fliete herauszubringen vermögend ist, ja einige füllen die Seff« nung mit ganzen Pfefferkörnern aus, um die sobekannte Feibelmaterie aus« fchwaren zu lassen. Sobald diese Cur vom Anfänge der Krankheit vor, genommen worden, wird das Pferd stark geritten, und es glückt zuweilen von ohngefahr, ohne die eigentliche Kranckheit des Pferdes errakhen zu ha« ben, daß durch dieses Verfahren die Pferde wiederum hergestellt werden, ' wenn durch die Bewegungen das in den Gedärmen sich versetzte Kutter oder die verhaltenen Winde Lust bekommen » und sortgehen. Die eigentliche Krankheit von dergleichen Pferden bestehet demnach in Bit Verstopfung der Gedärme, wo sich entweder nicht hinlänglich verdaueteö Futter oder Win« de festgesetzt haben, und ersteres durch zunehmend- Hitze und ermangelnde Feuchtigkeit in den Därmen sich in kurzem dergestalt verhärtet und erhitzt, daß cmgcgebene Medicamenta durchzudringen nicht vermögend sind di« Krankheit wird dadurch ganz unheilbar, wenn man dergleichen kranken Pferden das Wälzen »erstattet, wodurch sich di« Gedärme verschlagen. welche nicht wieder in ihre natürliche kage zu bringen sind. Viele dergleichen Pferde sterben denn in wenig Stunden, alles eröffneten Feibels. Aderlässe,>s, «ingegebener Wurni.nnd durchschlagender Mittel obneraeb- tet, und man behauptet mit scheinbaren Gründen: das Pferd sei, von Würmern umgebracht, wenn man bey der Eröffnung desselben nicht nur lange weiße, sondern auch kurze braune ohngefähr eines Fingergliedes lange Wurmet in dem Magen des Pferdes antrifft, da von letzterer Art stch auch wohl einige in dem Magen angebissen haben. Nach meiner Erfahrung, ich vielfältig hiervon gemacht, muß ich dennoch diese Wurmkrankheit für ein
Accidenz halten, daman bey nur sehr wenigen auf diese Art crepirten Pferden gewahr wird,daß dergleichen kurze braune Würmer den Magen wirklich durch- steffen haben. Die Haupkmfache d«S Todes findet sich demnach bey genau«


