Ausgabe 
2.2.1768
 
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U Giesstsche wöcheftthch * gemeinnützige Anzeigen

Ruhm muß Zephire billig zufrieden, seyn, denn das Ende war auch gar zu ungalant!

Ans diesen beyden traurigen Beyspielen wird man sehen, daß man sich nur bemühen muß, ein gutes Ende zu erhalten, wenn uns an unserm Ruhm etwas gelegen ist. Dieses giebt den grösten Narrheiten den Schein- der Tugend, und ist, Wiedas Svrüchwort sagr, der. sicherste Beweiß, daß unser gantzes vorhergegangnes Leben gut gewesen seyn muß. Ich will nun auch Exempel von solchen Personen anführen, die diesen Kunstgriff gut verstanden, und die Welt damit hintergangen haben.

Coßmus hat, wie sichs gehört, vier ganzer Jahre auf Academien zugebracht. Man frage ihn nach den kleinsten Dörfern, die 4. Meilen .im Umkreyß bey I. - - und H. - liegen: die kennt er fe genau, wie seine Stube, denn da war er zu Hause. Auf die Professoren kann er sich desto weniger erinnern, und wenn er ja einige mit Namen zu nennen weiß, so kennt er sie doch nicht von Person. Das Studiren, und was dahin ein* schlag^ war gar seine Sache nicht. Er gieng auf Universitäten , um einmal etliche Jahre ohne Aufseher so leben zu können, wie er sich längst gewünscht hatte; nnd keinesweges , um gelehrt zu werden. Wie sehr wür­de sich aberLoßmus geschadet haben, wenn er so schlechterdings von der Academie, oder von den benachbarten Schenken abgezogen wäre; alle Welt würde ihn verläumdet haben, er hätte nichts gelernt, und er wäre gelehrter auf die Academie gekommen, als weggegangen. Dieser schlimme Ruf hatte ihm auch bey seiner künftigen Beförderung nachtheilig seyn kön­nen. Allein Coßmrrs wüste sich-besser zu helfen. Er promovirte noch ehe er abzog. Und nun wird es kein Mensch wagen, den Herrn Doctor un­wissend zu heissen; jedermann ist von feiner grosen Gelehrsamkeit überzeugt. Er war kaum vier Wochen zu Hause, so war er Hofrath. DaS Ende war gelehrt!

-Me manches Frauenzimmer, das viele Jahre die declarirte Liebha. denn jedes Zungen Herrn war, hat sich durch ein honettes Ende, nem- lich durch eine rechtmäßige Heyrath ihren guten Namen und den Ruhm einer ungekrankten Jungferschaft erworben? Ich könnte noch viele Bey- miel^ von Hofnarren ansühren, die mit einem verständigen Ende vom Prmtzen sind begnadiget worden-von den grösten Betrügern, die durch das ehrlrchste Ende von der Welt, sich von allem Vorwurfe gesichert ha* den., Aber ichglaube, man wird schon aus diesem wenigen einfehen, was fw M grosse Wahrheit in diesen) Sprüchwort liegt r das untrügliche Mittel, -H'- j wie