100= Giesfische wZchmklich / ffemer'ttmltzrge Anzeigen

wird und M wenn ste dem Zuhörer einmal bekannt ist , für denselbigett mchts neues,' nichts unerwartetes und folglich auch nichts rührendes mehr hat. Die Alten waren von einer Methode/ wenn sie ihnen einmal gefak­ten hatte^ gemeiniglich so eingenommen / daß sie auch in einer Sammlung, worinnen die Predigten eines gantzen Jahrs enthalten sind / nicht em eintzigesmal davon abwichen. Selbst Spener, der gewis m Ansehung feiner Sachen nicht unter die schlechten Prediger gehört,.und einen grofen Vorzug für vielen seichten Schwätzern heutiger Zeiten verdient, ist sowohk i» feinen Glaubenslehren, als febenspflichtev, Jahr aus Jahr ein einer- Ley Methode gefolgt, wovon das gezwungne am leichtesten daraus zu er­sehen ist, daß er zum Exempel bey- einer jeden Pflicht fünf allgemeine Mit- rel, nämlich das Wort Gottes , die Taufe, bas Abendmal, das Gebak, vnd das Creutz vorschreibt. Wer ein wenig Erfahrung hat, der wird wissen, daß es eine Hauptkunst eines Predigers ist, seine Zuhörer in der Ausmercksamkeit zu erhalten, welche so leicht nicht ist, als sich manche ein» bilden mögen, und welcher nichts mehr entgegen steht, als das einförmige und SchleNdriansmüsige. Man hatte ehedem eine gewisse Art vott Faetioneu in der Methode: Man hat noch Bücher worinnen die leipziger, Jenaische, Strasburger und andre Prediger Methoden beschrieben wer» Den. Man ist über diese Ungereimtheiten, darunter auch die sogenante JahrGänge gehören, in den heutigen Zeiten zwar ziemlich hinaus, eines und des andern Mannes, dessen gantze Gelehrsamkeit in Postillen aus Bem vorigen und dem Anfang des jetzigen Jahrhunderts besteht, nicht zu Zedencken. Aber Schlendrian ist noch an unzähligen Orten. Sollte die­ses nicht von den ungereimten Regeln Herkommen , die man in vielen soge­nannten Homilien findet, deren Verfasser ost nicht die ersten Begriffe ei­ner gesunden Redekunst verstanden haben? Selbst dis meisten neuen Bü­cher dieser Gattung sind weiter nichts als Anweisungen zu einem abge­schmackten und verdrieslichen geistlichen Geschwätz. Wenn mich solches nicht zuweit abführete, so hatte.ich Sufi den Unterschied zwischen einer ei­gentlichen Redekunst, und einer Anweisung zur geistlichen Beredsamkeit insonderheit zu zeigen, und darzuchun daß die letztere blos in einigen weni­gen Nebensachen von der ersten unterschieden ist, und man die allgemeine Regeln; der Beredsamkeit zuvor gründlich und praekisch verstehen müsse, che man sich emfalkn läßt, sich auf die geistliche Beredsamkeit besonders M legen.

Die Fortsetzung folge künftig»

Sirrte