Gressische wöchentlich ^gemekttnötziZe Anzeigen
geben , um die leeren Eingeweide eines Hungrigen zu stärken. - O wie lange wird sich der Mensch noch mit diesem närrischen Jrtthume täuschens Wie lange wird er sich noch dadurch verführen lassen, die schönsten unter - allen Pflichten, die Menschenliebe unerfüllt zu lassens die ganze Schöpfung erinnert mich an diese selige Pflicht. Sie ruft mir unaufhörlich zu: Sey wohlrhätig und gütig gegen den Dürftigen, so wie dem Schöpfer wohlthä- tig und gütig gegen dich ist. Meine eigne Natur fordert mich zu dieser Pflicht auf. Ich sehe, daß dieser unglückliche, der mich um ein SUI* mosen anffeht, von gleichem Wesen mit mir und eben so gut als ich, ein Mensch iß. Ich weis , daß ihn eben die Allmacht erschaffen hat, der ich mein Leben und alles was ich bin und besitze zu danken habe, unfc daß er eben den Schöpfer zum Vater hat, den ich dafür anbete. Ich weis, daß er zu eben der Glückseekigkeit berufen ist, zu welcher ich zu gelangen hoffe. Ich sehe in diesem nothleidenden Geschöpfe mein Ebenbild, ich sehe meine eigne Natur mit Kummer und Elend ringen, ich höre sie unter der Last der Noth und des Mangels um Hülfe und Tröstungen seufzen; und ihr Elend sollte mich nicht rühren, ihre Noth sollte mir nicht nahe gehen, ich sollte nicht einen Theil von ihrer Last willig auf meine Schultern nehmen? Würde ich hierin nicht eben so unvernünftig verfahren, als wenn ich meinem eignen Eörperatsdenn die Speise versagen wollte, wenn er in Ge* fahr ist, vor Hlmger zu verderben? Wenn mich ein reicher und angesehnee Mann um etwas anspricht, das ich ihm geben kann ; so weigere ich mich nicht, es ihm willig hinzugeben. Warum sollte ich dann nicht mit eben Der Freude das Verlangen eines armen Geschöpfes befriedigen; das meine Hülfe und meiner Erbarmung noch weit mehr bedarf, c-ls jener? Er hört ja durch feine Noch nicht auf, meine Natur an sich zu tragens warum sollte ich aushören, ihn zu lieben und hochzuschätzen, blos weil ihm einige Dinge ffehlen, die mir eben so leicht mangeln könnten? Tch würde mich für mir selbst entsetzen, wenn ich so niederträchtig denken sollte. Und wie empfindlich muß es einem armen Menschen seyn; wie sehr muß es sein Herz kränken , wenn er ein Geschöpf von seiner Art um ein geringes Allmosen anspricht, und sie wird ihm versagt I O wie oft hab ich schon gesehen, daß man die Elenden nicht allein hülflos fortgeschickt, sondern daß man ihm auch mit unfreundlichen Worten und harten Vorwürfen sein Elend noch unerträglicherzu machen gesucht hat. Immer habenmir, ichmuß es gestehen, die Haare zu Berge gestanden, so oft ich ein Zeuge von dieftm schauervol- <n Anblick gewesen bin. Vornehmlich möchte ich nur dieses wissen, was
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