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tigunb doll VSttmuussprechlicher Wchmuch dasteht, wenn alle seine Bitten fruchtlos und unerhört bleiben, wenn sein Flehen kein Herz rühren kann und alle seine wehmüthige Seufzer keinen Eindruck machen wollen. Ich sah ihn, wie er Geschöpfe von seiner Art, wie er seine Brüder um Mitleid und Erbarmunq anruft, und ohne Hülfe zurück gewiesen wird. So stellte ich mir den Bejammernswürdigen vor. Meine ganze Seele wurde von dieser Vorstellung so sehr gerührt, daß ich mich der Thränen über die unglaubliche Härte und Gleichgültigkeit so vieler Menschen gegen den Jammer ihrer Brüder unmöglich enthalten konnte. Ich gieng wieder in mein einsames Zimer zurück, warf mich voll wehmüthigerEmpfindungen auf einen ©fühl hin und dachte: Die Unbarmherzigkeit muß das allerschwärzeste und abscheulichste Laster seyn. Ein Mensch, der noch bey derNoth eines Gelchöpfes, das sein Ebenbild an sich trägt und von gleichem Wesen ist, ungerührtbleiben kam muß auch fähig seyn, die schändlichsten und ungerechtesten Thaten auszuüben. Und dennoch giebt es eine so unaussprechliche Anzahl von Menschen, die nicht einmal zu wissen scheinen, was Barmherzigkeit ist, geschweige denn, daß sie die sanften Regungen und die himmlische Wollust jemals empfand den haben sollten , welche das Herz des Menschenfreundes durchfliessen, wenn er der Noch seines seufzenden Nächsten durch Hülfe und Trost abzuhelfen sucht; Allein was ist die Quelle dieser unglaublichen Unart unter dem. Geschlechte der Menschen? Vermuthlich nichts anders als der bebeschimpfende Wahn, vermöge dessen man sich einbildet, man habe nicht nütbig für andre zu sorgen, ein jeder lebe nur für sich in der Welt; das chänae Mitleiden, die Wohlthätigkeit, hänge nur blos von der Willkühr des Menschen ab und es sey gleichviel, ob man die Thränen von den Augen des Elenden abwischte, oder nicht. Welch ein unvernünftiger Irr- thum! Eben so unvernünftig, als wenn ich glauben wollte, dieserMenfch, der in einer elenden Gestalt vor mir erscheint, sey in den Augen meines Schöpfers weniger werth, als ich, weil er auf dieser Welt mehr mit Elend und Kummer kämpfen muß, als ich. Er ist eben so unvernünftig, als wenn ich mir einbilden wollte, die Armuth dieses Elenden siehe an der Stelle seiner Schuld und meine bessern Umstände waren Beweise von meinem Verdienst und meiner Unschuld. Er ist eben so unvernünftig, alS wenn ich denken wollte, dieser Elende höre auf einmal auf, ein Mensch zu seyn und mein Ebenbild an sich zu tragen, weil er mich in einem zerrißnen Kleide um eine geringe Hülse anspricht. Er ist eben so unvernünftig , alS wenn ich mich für verbunden halten wollte, mein ganzes Vermögen hinzu-
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