*7° Gr'essrsche wZcheEch ^Zemeimützige Anzeigen
Mtz abgeschmackt und unrichtig, oder doch nicht so wichtig, daß sie Hey Beschwerlichkeiten, darzu uns der Ehestand nothwendig verbindet, die Wage halten könnten. Crispin ein Wittwer entschließt sich zu einer neuen Verbindung, weil er, wie er angiebtzur Verpflegung und Erziehung seiner Kinder eine Frau nöthig hat. Nicht zu gedencken daß es ein sehr schlechtes Compliment vor seine Liebste ist, wenn er sie zur Kinder- wärtmnn bestimmt; so könnte er dieses Amt durch eine andere Person mit viel weniger Mühe verrichten lassen, ohne daß er sich von neuem in die grosse Weikläustigkeiten, die der Ehestand mit sich führt, einließe. Sein Bewegungsgrund ist nur ein Spielwerck womit er sich vielleicht selbst be- rrügt, oder sich wenigstens der; andern zu rechtfertigen sucht: In der That steckt eine gantz andre Ursache darhinter. Crispin ist gewohnt eine Frau in dem gantz eigentlichsten Verstand um sich zu haben. Er fühlt bey sich selbst, daß er dieselbige, ohne sich der Gefahr einer Schande auszusetzen, nicht langer mehr missen kan; und darum heurathet er. Warum schämt er sich eine Sache zu gestehen , die an und vor sich nicht schändlich ist, die ihm von GOtt selbst, nicht ohne kluge Absichten einge- pflantzt werden, und die das Christenthum wenn die gehörige -Ordnung da- bey beobachtet'wird, nicht misbilligt? Ein andrer heurathet, wie er sagt, we- gen feiner grossen Haushaltung, die ohne eine Frau nicht so gut gMhtt werden könne, und ohne welche ihm nothwendig vieles zu Grund gehen müsse. Aber das ist in der That eine Tborheit. Es giebt weit leichtere Mittel die Haushaltung in einem guten Stand zu erhalten, als düsHeu- rathen. Es ist nicht halb so viele Mühe, alle Kleinigkeiten selbst zu besorgen, als sich eine Frau zu nehmen, dieselbige zu unterhalten, Kinder zu erziehen und zu ernähren. Und gesetzt daß der Schade bei; einer ledigen Haushaltung noch so beträchtlich wäre, so ist er doch denen Be schwer l'ich- keitem des Ehestandes noch lange nicht gleich zu -rechnen; zumahl wenn die Ehe, wie sich gar leicht zutragen kan> noch dabei; übel gerathen sollte Kurtz wer keinen innerlichen Beruf ober Trieb , keine gewisse Bedürfnis und Nothwendigkeit zu heurathen bey sich selbst empfiiidet, der handelt thöncht, daß er sich in eine solche Last begiebt, als der Ehestand natürlicherweise zu seyn pflegt. Alle feine übrige Absichten kan er auf eine weit weniger beschwerliche Art erreichen..
Es ist hierbei) nur noch ein' Zweifel übrig. Man könnte denken daß man diesen natürlichen Dich zum anvem Geschlecht auf eine andere 2irt äusser dem Ehestand befriedigen könne. Dieses ist dem Schein nach be.
trachtet


