4<H Gresirsche wöchentlich -- gemeinnützige Anzeigen
gemeinen deutschen Bibliothek sagen unter andern: „ Einzelne moralische Blatter haben hauptsächlich den Nutzen, daß sie, wie das ABC die Kinder, viele Menschen zum lesen gewöhnen, und ihre Neubegierde reizen, öhne doch ihrer Trägheit beschwerlich zu seyn, welche sonst nie, weil sie vor einem ganzen Buche erschrecken, dahin gekommen seyn würden, eine Schrift in die Hand zu nehmen. Die Neigung zum lesen , die in manchen Orten Deutschlandes herrscht, schreiben wir mit auf die Rechnung periodischer Schriften, deren Menge manche Kunstrichterzum klagen reizt. Und wie sehr der Ott, wo einigermasen gelesen wird, in Sitten und Denkungsart, ja auch nur in der Annehmlichkeit des bürgerlichen Um- AangS gegen diejenige absteche, wo gar nicht gelesen wird , das kann nur der beurtheilen, der das Unglück hat, in solcher Gegend sich aufzuhalten. Ueberdem laßt ein solches Blatt, das gleichsam zum Zeitvertreibe gelesen wird, bey seinen Lesern und Leserinnen gewisse Eindrücke zurück, die anfangs unmerklich sind, in der Folge aber doch auf die Erziehung, auf ihr sittliches Betragen, ihren Umgang, ja selbst auf die Gesinnungen ihres Herzens von weit ausgebreiteter Wirkung seyn können!', und wir haben manche gekannt, welche sich nach Lesung eines solchen Blatts gewisser rohen Ausbrüche ihres Herzens geschämt haben, weil ihnen das lächerliche oder niederträchtige derselbennun zum erstem male entblößt vor Augen stand. Kurz, jedes moralische Blatt, wenn eS nicht selbst in ganz elendem Geschmacks geschrieben ist, macht den Geist und die Sitten seiner Leser etwas feiner, als sie zuvor waren , bereitet sie zur Bearbeitung größrer Meister; und trägt immer, wenn es auch in einer kleinen Sphäre wirksam seyn sollte, zur Ausbildung der ganzen Nation etwas bey. „
Dies sagen die Verfasser der allgemeinen deutschen Bibliothek. Ich kann es nicht bestimmen, ob unser Wochenblatt, das so mancherley Absichten gewidmet ist, alle diese vortheilhaste Folgen bisher verursacht hat. Ich kann aber doch meine Leser versichern, daß aus meiner Feder nie eine Abhandlung geflossen ist, wodurch ich nicht wenigstens diese Vortheile -u erhalten gesucht hätte. Ich habe mich bemüht, meinen Landsleuten eine edle und vernünftige Denkungsart einzufiösen und sie zur Rechtschaffenheit und Tugend aufzumuntern. Ich habe ihre Sitten sanfter und gefälliger zu machen gesucht. Ich habe ihnen Beyspiele schöner Handlungen zur Nachahmung vorgestellt. Ich habe ihnen oft das Lesen nützlicher Schriften zu ihrer Besserung angepchsen. Ich habe manches Vorurtheil
bestrit-


